Plurinationale Verfassung
Die Plurinationale Verfassung Boliviens trat am 7. Februar 2009 in Kraft und definierte die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen des Plurinationalen Staates neu. Sie stellt einen Wendepunkt in der bolivianischen Geschichte dar, indem sie die Vielfalt des Landes anerkennt und die Rechte sowie die Mitbestimmung der indigenen Nationen stärkt. Zu diesen Rechten gehören das Recht auf Autonomie und indigene Selbstverwaltung, zusammen mit der offiziellen Anerkennung ihrer territorialen Einheiten und Institutionen. Neben Spanisch werden 36 indigene Sprachen zu Amtssprachen erklärt, was die kulturelle Vielfalt des Landes unterstreicht. Zudem wird ein soziales und gemeinschaftliches Wirtschaftsmodell etabliert, das aus staatlichen, privaten und sozialen Genossenschaften besteht. Ein weiterer bedeutender Aspekt betrifft die natürlichen Ressourcen, die per Verfassungsrecht in den Besitz des Staates übergehen. Zudem wurde das Konzept des „Vivir Bien“ („Gutes Leben“) in die neue Verfassung integriert. Dieses Konzept fördert ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Natur, soziale Gerechtigkeit und kulturelle Vielfalt, und strebt ein ganzheitliches Wohlbefinden an, das über materielle Wohlstandsziele hinausgeht.
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