
(Bogota, 25. September 2026, colombia informa).- In Kolumbien haben durch zahlreiche Waldbrände eine Umweltkatastrophe ausgelöst. Die Brände haben bereits die Naturschutzgebiete Iguaque, Los Nevados und Las Hermosas erreicht. Die Waldbrände haben bislang im ganzen Land über 30.000 Hektar Land verwüstet. Der jüngste Brand zerstörte dabei rund 1.200 Hektar in Boyacá, darunter auch Flächen im Naturschutzgebiet Iguaque, das unter anderem die Wasserversorgung des Touristenortes Villa de Leyva sichert.
Der vier Tage lang wütende Waldbrand in Iguaque zerstörte im Naturschutzgebiet dabei rund 715 Hektar an geschützter Flora und Fauna. Behauptungen des Innenministers Rodrigo Lara, die Brände seien bereits zu 75 Prozent unter Kontrolle, wies der Bürgermeister von Chíquiza, Edwin Almanza, jedoch zurück. „Aus menschlicher Sicht ist es uns unmöglich, dieses Feuer einzudämmen und zu löschen“, erklärte er.
Almanza bat die Zentralregierung daher um schnelle Hilfe bei der Bekämpfung des Feuers, das bis dahin bereits Teile dreier ländlicher Ortschaften der Gemeinde – Villa Rosita, Juan Díaz und La Hondura – sowie des Iguaque-Schutzgebiets zerstört hat. Ein freiwilliger Helfer vor Ort warnte zudem, dass „starke Winde das Feuer schnell anfachen“ und die Löscharbeiten dadurch erschwerten, und bat um Unterstützung aus der Luft.
Treffen mit Wirtschaftsvertreter*innen aus Israel und Kanada
Auch im Departement Tolima haben Brände laut Angaben des Gouverneursbüros rund 80.000 Hektar Land verwüstet, wobei einige Brände noch immer in ländlichen Gebieten wie La Chica, Tafurito, El Caimán und Rincón Chimbila wüten. Zusätzlich gibt es vier aktive Brände in der Gemeinde Chaparral.
Tolimas Gouverneurin Adriana Matiz leitete unterdessen ein Treffen zusammen mit mehreren Wirtschaftsvertreter*innen, Wirtschaftsverbänden sowie Repräsentant*innen aus Kanada und Israel. Begleitet wurde sie vom Beauftragten für Sozialangelegenheiten sowie den Staatssekretären für Gesundheit und landwirtschaftliche Entwicklung. Bei dem Treffen legten sie unter anderem die Schwerpunkte für die Unterstützung der von der Notlage betroffenen Gemeinden und Wirtschaftszweige fest. Neben diesen Punkten standen besonders die internationale Zusammenarbeit, Sicherheit, Umweltschutz, Landwirtschaft, Viehzucht sowie Unternehmertum und wirtschaftliche Erholung im Mittelpunkt.
Währenddessen traf sich Handelsminister Mauricio Gómez Amin in New York mit 30 israelischen Unternehmen, die in den USA vertreten und an Investitionen in Kolumbien interessiert sind. Bei dem Treffen wurde auch ein offizieller Besuch im Dezember vereinbart. „Kolumbien steht Ihnen die nächsten vier Jahre offen“, sagte er.
Soziale Organisationen stellten die ausländischen Interessen in der Region und den Zweck des Treffens jedoch infrage. Außerdem riefen sie zu einer ersten öffentlichen Anhörung zum Thema Bergbau auf. „Wir kennen diese Strategie bereits, unsere Berge niederzubrennen, um an unsere Bodenschätze zu gelangen“, warnten sie.
Zahlreiche Brände und Zweifel an der Ursache der Feuer
Am 20. September meldete die Nationale Katastrophenschutzbehörde (UNGRD) 19 aktive Waldbrände in sieben Departements in Kolumbien. Neun der Brände wüteten in Tolima, gefolgt von Valle del Cauca mit drei, Caldas und Cundinamarca mit jeweils zwei sowie Boyacá, Huila und Nariño mit jeweils einem aktiven Brand. Die zuständigen kolumbianischen Nationalparks haben daraufhin Einsatzteams in die betroffen Gebiete entsandt, um die ausgebrochenen Waldbrände zu bekämpfen. Dabei standen Boyacá, Tolima und Valle del Cauca im Vordergrund.
Im Nationalpark Los Nevados, der auf 4.200 Metern Höhe liegt, brachten Parkwächter, Landwirte und Feuerwehrleute bereits zwischen dem 19. und dem 21. September einen Großbrand unter Kontrolle. Wie groß das Ausmaß des Brandes im betroffenen Gebiet ist, ist jedoch noch unklar. Die Verwaltung der Nationalparks entsandte außerdem neun Einheiten, um ein Übergreifen des Feuers auf den Nationalpark Las Hermosas im Cauca-Tal zu verhindern.
Zweifel an der Ursache der Feuer hegte währenddessen der Abgeordnete Christian Avendaño aus Santander, der erklärte, es handele sich um eine Form der „Bodenspekulation“. Er behauptet, dass durch das Abbrennen tausender Hektar Land, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu Naturschutzgebieten und ihres Schutzstatus keinen wirtschaftlichen Wert hatten, der Schutzstatus aufgehoben werden könnte und somit auch der Wert des Landes erheblich steigt. Avendaño führt außerdem an, dass mögliche Käufer die Brände selbst verursacht haben könnten, um genau dies zu erreichen.
Übersetzung: Jette Minks
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