Mit kleinbäuerlicher Landwirtschaft dem Coronavirus trotzen

Foto: SENASA

(Lima, 18.03.2020, servindi).- Der Ausnahmezustand, den die Welt gerade erlebt, sollte zu Politiken führen, die die kleinbäuerliche, indigene Landwirtschaft und die Rechte von indigenen Gemeinschaften fördern. Ihre Lebensweise löst seit langem viele Probleme, mit denen einige Menschen aktuell konfrontiert werden.

„Es ist äußerst wichtig für unsere Gesellschaft, auf eine landwirtschaftliche Grundversorgung und Rinderzucht bauen zu können, um Krisen wie der jetzigen mit größerer Resilienz zu begegnen“, betont Antolín Huáscar vom Nationalen Bauernverband CNA. In Zeiten des Coronavirus verwandelt sich die kleinbäuerliche Landwirtschaft, ein Sektor, der in der Vergangenheit allzu sehr vernachlässigt und vergessen wurde, zu einem tragenden Element, um die Ernährungssicherheit in Peru zu garantieren.

„Denn ohne Essen kann die Welt nicht existieren.“

Laut der CNA, dem repräsentativen Organ der nationalen Landwirtschaft, ist die Arbeit der Männer und Frauen auf dem Land grundlegend für ganz Peru, denn ohne Essen könne die Welt schließlich nicht existieren. Dem Nationalen Plan der kleinbäuerlichen Landwirtschaft für 2019 bis 2021 ist zu entnehmen, dass die Erzeugnisse von Kleinbauern und -bäuerinnen weltweit 70 Prozent der produzierten Lebensmittel ausmachen und in Peru 97 Prozent der landwirtschaftlichen Einheiten auf solche Art und Weise genutzt werden. Zudem arbeiten mehr als 83 Prozent der landwirtschaftlichen Arbeiter*innen Perus in Familienverhältnissen.

Trotz ihrer Relevanz für die Welt werde die kleinbäuerliche Landwirtschaft weiterhin unterschätzt, meint Lucinda Quispe Alaya, Sprecherin der Bäuerlichen Vereinigung von Junín FAREJ: „Unsere Produkte haben eigentlich keinen Wert, wir verkaufen zum Beispiel eine Kartoffel für 30 oder 50 Cent pro Kilo, aber genau dieses Kilo wird für ein oder drei Soles (entspricht ca. 0,25–0,80 Euro) weiterverkauft.“ Sie fügt hinzu, dass das aktuelle Wirtschaftsmodell des freien Marktes außerdem bestehende Armutsverhältnisse noch weiter verstärke. In der momentanen Krise steige das Preisniveau noch weiter an: „Dieser Markt erkennt die wahren Produktionskosten unserer Erzeugnisse nicht an, wodurch er uns in einer dürftigen finanziellen Lage zurücklässt.“

CNA richtet sich mit einem Aufruf an die Regierung

Antolín Huáscar wiederum wandte sich bereits über die institutionellen Plattformen der CNA an das Landwirtschaftsministerium. Die Produktion und die Versorgung mit Lebensmitteln sollen auf eine faire Weise garantiert werden, bei der die Gesundheit und die Unversehrtheit sowohl der Bauern und Bäuerinnen als auch des ländlichen Raumes Vorrang haben sollten: „Wir von der CNA und den regionalen Verbänden bitten die Regierung inständig, Verluste in unseren Landgütern und allgemein in der landwirtschaftlichen Produktion abzuwenden, gerade in einer solch kritischen Zeit, wie wir sie momentan durchleben.“

Der Aufruf beinhaltet dringende Maßnahmen, um die landwirtschaftlichen Erzeugnisse mit Unterstützung der nationalen Polizei und der Streitkräfte in die Großmärkte zu bringen. So sollen eine Lebensmittelknappheit und Spekulationen vermieden werden. Der Vertreter der CNA betonte dabei, dass die Kleinbauern und -bäuerinnen der peruanischen Bevölkerung unter großer Anstrengung dieselben Preise für ihre Produkte versicherten.

Indigene kleinbäuerliche Landwirtschaft als Nahrungsmittelgarant

„Es wäre sinnvoll, wenn die Regierung direkt bei den Kleinbauern und -bäuerinnen einkaufen würde, um die Erzeugnisse schnellstens an diejenigen Haushalte zu liefern, die sie am meisten benötigen – anstatt Gelder zu verteilen, die vielleicht nicht einmal der Lebensmittelversorgung zu Gute kommen“, fügt Antolín Huáscar hinzu.

Schließlich fordert er vom Landwirtschaftsministerium, vom Gesundheitsministerium und den regionalen Regierungen eine ständige Kontrolle im ländlichen Raum, um zu verhindern, dass die Kleinbauern und -bäuerinnen als Folge ihrer wertvollen Arbeit vom Coronavirus befallen werden oder sich Plagen ausbreiten. Antolín Huáscar wünscht sich, dass diese Erfahrung dazu führe, dass die Politik die kleinbäuerliche, indigene Landwirtschaft und die Rechte indigener Völker fördere, deren Leben daraus bestünde, für Probleme in der Lebensmittelversorgung Lösungen zu finden.

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