Entwaldung im Gran Chaco: Ein Wald kämpft um sein Überleben

Foto: Servindi

(Lima, 21. Januar 2019, servindi).- Die Entwaldung ist in den letzten Jahrzehnten zu einem der dramatischsten Probleme Lateinamerikas geworden. Besonders betroffen ist das wichtigste Waldgebiet im Cono Sur im Südteil Südamerikas, der Gran Chaco. Vor allem in Paraguay wurde die Abholzung lange Zeit zu wenig problematisiert. Das südamerikanische Land hat zwischen 2017 und 2018 mehr als 225.000 Hektar Wald verloren, informierte im Januar das Nationale Forstamt Infona (Instituto Nacional Forestal). Brasilien und Argentinien sind aber genauso in die illegale Abholzung des Waldgebietes zwischen dem Paraná-Fluss und der nordargentinischen Provinz Chaco involviert.

Laut der Präsidentin von Infona, Cristina Goralewski, waren 24 Prozent der Abholzung im Gran Chaco illegal. Die Behörde nennt die landwirtschaftlichen Betriebe der Region als Hauptverantwortliche für die Entwaldung der grünen Lunge des Cono Sur. Dies geschehe, kritisierte Cristina Goralewski, trotz eines seit 2004 bestehenden Gesetzes gegen die Entwaldung in Paraguay (Ley de Desforestación Cero). Das Gesetz verbietet jegliche Abholzung. Es wurde bis ins Jahr 2019 verlängert und soll die Abholzung der Wälder im Osten Paraguays, nahe Brasilien, verhindern.

Wie Umweltorganisationen berichten, habe der berühmte inneratlantische Regenwald (Bosque Atlántico del Alto Paraná), der Teil der Paraná-Ökoregion ist und teils zu Brasilien, Argentinien und Paraguay gehört, in den letzten zehn Jahren 85 Prozent seiner Waldmasse verloren.

Der Chaco ist in Gefahr

Der Gran Chaco ist für seine Biodiversität bekannt. Zugleich ist er die im Cono Sur am stärksten gefährdete geografische Region. 300 Hektar Wald gehen täglich im paraguayischen Chaco verloren. So gehört Paraguay heute zu jenen zehn Ländern, die weltweit am meisten unter Waldabholzung leiden.

Diese dramatische Situation hat die Zivilgesellschaft mobilisiert. Die von dem Umweltaktivisten Raúl Gullón koordinierte Kampagne „Rettet den Chaco“ versucht, 75.000 Unterschriften zu sammeln und so das bislang unwirksame Gesetz gegen die Entwaldung unterstützen. Als erstes Ziel fordert die Initiative, die Abholzung in den Chaco-Wäldern speziell für jene Waldzonen zu verbieten, in welchen der Baumbestand nur noch zu 45 Prozent aus ursprünglichem Bäumen besteht. In den vergangenen Wochen ist die Kampagne bekannter geworden, so dass auch internationale Organisationen wie z.B. Greenpeace darauf aufmerksam geworden sind und den Schutz des Chaco zwischen Paraguay und Argentinien einfordern.

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