Dürre im Zeichen der Klimakrise

Grafik: Baseis.org.py

(Asunción, 24. Dezember 2020, base-is).- In Paraguay hat sich die Klimakrise 2020 am deutlichen durch die Dürre gezeigt, von der große Teile der paraguayischen Bevölkerung betroffen waren. Dieses extreme Wetterphänomen hängt laut Expert*innen mit der Klimakrise zusammen, die wiederum durch die Anbaumethoden in dieser südlichen Region Südamerikas verschärft wird.

„Das La-Plata-Becken hat 2020 widrige Wetterbedingungen durchgemacht, mit einer extremen Dürre und zuwenig Regen im letzten Drittel des Jahres“, so der Hydrologe Roger Monte Domeq im Dossier „Con la Soja al Cuello 2020„, einer jährlich erscheinenden Broschüre, die sich kritisch mit der Agrarwirtschaft in Paraguay auseinandersetzt. Zu den Gründen für die Dürre zählt Monte Domeq neben dem Klimawandel die Abholzung für intensive Landwirtschaft sowie einen schwachen politischen Einfluss auf das Management der Stauwerke, was sich auf die Wassermenge auswirkt.

Paraná mit niedrigem Wasserstand

Zu den Hauptgründen für den niedrigen Wasserstand des Río Paraná zählen laut Monte Domeq eine veränderte Bodennutzung, der Klimawandel und der Betrieb der flussaufwärts gelegenen Staudämme: „Man sieht saisonale Veränderungen im Bereich des unteren Flusslaufs. Normalerweise war der tiefste Wasserstand im Winter, jetzt ist er im Herbst. Die aktuelle Entwaldung und veränderte Bodennutzung im Amazonasgebiet und im Pantanal kann mittelfristig den örtlichen Wasserhaushalt beeinflussen“, warnt der Wissenschaftler.

Bereits jetzt sind Auswirkungen zu erkennen, die sowohl die Schiffbarkeit des Flusses unterhalb des Itaipú-Staudamms beeinträchtigen als auch die Wasserentnahme durch die anliegende Bevölkerung, sowie schwere Folgen für die Biodiversität im Wasser haben.

Paraguay führend beim Ausstoß von Treibhausgasen

Nach Angaben des Wissenschaftlers Guillermo Achucarro ist die „veränderte Bodennutzung“, also die Entwaldung, bis zu fünfmal stärker für die Emissionen von Treibhausgasen in Paraguay verantwortlich wie andere Bereiche, gefolgt von der Landwirtschaft. „Sowohl die veränderte Bodennutzung als auch die Landwirtschaft sind eng mit der Logik der extensiven Landwirtschaft in Paraguay verbunden“, so Achucarro. Der größte Anteil an Treibhausgasen wird dabei durch die Entwaldung verursacht, die wiederum direkt mit dem Anstieg von Ackerland und Viehweiden zusammenhängt.

Obwohl Paraguay etwas größer als Deutschland ist, dort aber nur gut sieben Millionen Menschen leben, ist der Ausstoß an Treibhausgasen höher als in größeren oder bevölkerungsreicheren Ländern, sowohl beim pro-Kopf-Verbrauch als auch in absoluten Zahlen und liegt damit in Südamerika mit an der Spitze: „Der Ausstoß von Treibhausgasen ist landesweit auf nur einen einzigen Wirtschaftszweig konzentriert“, so der Forscher.

CC BY-SA 4.0 Dürre im Zeichen der Klimakrise von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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