Vier Jahre Ausnahmezustand

Ausnahmezustand El Salvador
Samuel Ramírez von der salvadorianischen Menschenrechtsorganisation MOVIR. Foto: Ute Löhning

El Salvador war lange bekannt für einen grausamen, zwölf Jahre langen Bürgerkrieg, später für blutige Bandengewalt. Inzwischen steht das kleine zentralamerikanische Land für einen autoritären Staatsumbau, der in der Region seinesgleichen sucht und doch immer mehr Nachahmer findet.

Der 2019 zum ersten Mal gewählte, jugendlich wirkende Präsident Nayib Bukele, der sich einmal selbst als „der coolste Diktator der Welt“ bezeichnete, verhängte vor vier Jahren einen Ausnahmezustand, den das von ihm kontrollierte Parlament immer wieder verlängert. Bukele gelang es tatsächlich, die Bandengewalt einzudämmen und das Land in dieser Hinsicht sicherer zu machen. Doch dafür ließ er mehr als 80.000 Menschen, meist Männer, einsperren. Die meisten von ihnen sitzen jahrelang in Haft, ohne Anklage, ohne Gerichtsurteil, oft ohne Kontakt zu ihren Familien oder Rechtsbeistand.

Bei einer Verhaftungswelle gegen Oppositionelle im Mai 2025 wurde auch die bekannte Rechtsanwältin Ruth López festgenommen. Amnesty International und andere setzen sich seitdem für ihre Freilassung ein. Die Verhaftung von Ruth López war für viele ein Schock.

Gabriela Solórzano und Samuel Ramírez sind zwei Aktive aus El Salvador, die es trotzdem wagen, die Regierung zu kritisieren und die sich nicht einschüchtern lassen wollen.

Zu diesem Beitrag gibt es auch einen Artikel bei poonal.

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