Rätselhafter Mord an Ex-Paramilitär

(Venezuela, 23. April 2009, telesur).- Nach Auskunft der Polizei von Medellín ist nahe der Stadt ein Ex-Paramilitär von Unbekannten erschossen worden. Der Mord wirft Fragen auf, da der Ermordete, Cristian Barreto alias Francisco Enrique Villalba, den kolumbianischen Präsidenten Uribe beschuldigt hat, an einem Massaker beteiligt gewesen zu sein, bei dem 15 Menschen getötet wurden.

Villalba selbst wurde 1997 wegen dieses Massakers ursprünglich zu 33 Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Er hat an der Ermordung von 15 Bäuerinnen und Bauern in der Siedlung El Aro im Bezirk Antioquia teilgenommen. Wegen gesundheitlicher Probleme war seine Haftstrafe in Hausarrest umgewandelt worden.

Erst letztes Jahr hatte Vilalba vor dem Obersten Gerichtshof Uribe und dessen Bruder Santiago der Teilnahme an dem Massaker beschuldigt. Pressemeldungen zufolge wurde Villalbas Aussage bezüglich Álvaro Uribe jedoch als unsachlich und unglaubwürdig eingeschätzt. Anschließend nahm Villalba sogar selbst in einem Brief, den er aus dem Gefängnis an den Präsidentenpalast schickte, seine Vorwürfe gegen den konservativen Präsidenten zurück. Vilalba bat Uribe, ihm die „Beschmutzung“ seines Namens zu verzeihen: „Bitte verzeihen Sie mir, dass ich Ihren Namen beschmutzt und Ihre Person der öffentlichen Kritik preisgegeben habe“, so Vilalba.

Zu Lebzeiten gehörte Villalba dem Bloque Norte der ultrarechten, paramilitärischen Gruppe Autodefensas Unidas de Colombia (AUC) an, die nach einer Einigung mit der Regierung Uribe im Jahr 2006 zumindest offiziell vollständig demobilisiert wurden. Damals hatten etwa 31.000 Paramilitärs dem bewaffneten Kampf abgeschworen. Jedoch haben sich Mitglieder der Organisation am Rande der Legalität neu formiert.

Mit der Erlassung des Gesetzes für Gerechtigkeit und Frieden im Jahr 2005 wurde für demobilisierte AUC-Mitglieder eine Begrenzung der Haftstrafen für grausamste Verbrechen auf nur fünf bis acht Jahre eingeführt. Auch Villalba durfte von dieser Regelung profitieren. Der Antrag, diese Amnestiegregelung auf Angehörige der Guerillabewegung Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) auszudehnen, wurde abgelehnt.

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