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(Berlin, 24. September 2026, npla).- Ende September jährt sich zum zwölften Mal das gewaltsame Verschwindenlassen der 43 Lehramtsstudenten von Ayotzinapa. Aus Anlass des Jahrestages erinnerten Organisationen aus Mexiko und Deutschland daran, dass bei dem Verbrechen auch illegal exportierte Sturmgewehre aus Deutschland zu Einsatz kamen. Sie fordern, dass das Land Baden-Württemberg Verantwortung für die Folgen der illegalen Waffenexporte nach Mexiko übernimmt und die Strafzahlungen des baden-württembergischen Rüstungsunternehmens Heckler & Koch für die Unterstützung der Betroffenen in Mexiko eingesetzt werden.
Fahrgastkontrolle mit Sturmgewehr
Am Abend des 26. September 2014 reisten ungefähr 80 Studenten des Ausbildungszentrums für Lehrkräfte „Escuela Rural de Ayotzinapa“ in drei Bussen zu einer Demonstration nach Mexiko-Stadt. In der Nacht vom 26. auf den 27. September wurden sie in der Stadt Iguala im Bundesstaat Guerrero von Angehörigen der städtischen Polizei angehalten. Es kam zu einem brutalen Angriff der örtlichen Polizeikräfte auf die Studenten des Lehrerseminars. Die Busse wurden unter Beschuss genommen; drei Studenten und drei Passant*innen wurden getötet. Mehrere Studenten wurden schwer verletzt, einer liegt seit der Nacht im Koma. 43 Lehramtsstudenten wurden gewaltsam verschleppt, seither fehlt von ihnen jede Spur. Bei dem Angriff kamen auch G36-Sturmgewehre der baden-württembergischen Rüstungsschmiede Heckler & Koch zum Einsatz. Diese hätten allerdings nie nach Guerrero gelangen dürfen, denn Guerrero gehört zu den Bundesstaaten, für die explizit keine Exportgenehmigung erteilt wurde.
Strafzahlungen einsetzen für die Opfer aus Ayotzinapa
Nach einem mehrjährigen Verfahren verurteilte das Landgericht Stuttgart 2019 nicht nur zwei Mitarbeiter*innen der Rüstungsschmiede für den illegalen Waffenexport, sondern ordnete auch die Einziehung der Verkaufserlöse des Unternehmens an. Erst Jahre später, im Mai dieses Jahres, zahlte Heckler & Koch die seit 2021 rechtskräftige Summe von rund 3,7 Millionen Euro an die Landeskasse Baden-Württemberg. Zivilgesellschaftliche Organisationen aus Mexiko und Deutschland fordern in einem offenen Brief an Ministerpräsident Cem Özdemir eine Überprüfung zur Klärung der Frage, wie die Gelder zugunsten der Familien der Opfer und betroffener Gemeinden in Guerrero eingesetzt werden können.
Ayotzinapa: BaWü soll Opfer illegaler Waffenexporte unterstützen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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