
(Bogota, 15. August 2026, TELESUR/prensa latina/democracy now).- Das schwere Erdbeben der Stärke 7,4, das Kolumbien am 10. August erschütterte, hat bislang 294 Tote, 3.935 Verletzte und 320 Vermisste gefordert. Laut Regierungsangaben sind 54.000 Familien von dem Erdbeben betroffen. Man geht von weiteren Todesopfern aus, während Suchtrupps alles unternehmen, um noch Überlebende in den Trümmern zu finden.
Nach Angaben des kolumbianischen Katastrophenschutzes UNGRD (Unidad Nacional para la Gestión del Riesgo de Desastres) wurden Schäden in 15 der 32 kolumbianischen Departamentos verzeichnet, damit sind in etwa 40 Prozent des Landes von dem Erdbeben betroffen. Schätzungen zufolge sind über 110.000 Menschen direkt betroffen.
Berichten zufolge wurden bislang über 14.000 Wohneinheiten zerstört und über 81.000 beschädigt. 172 Gebäude sind komplett eingestürzt. 241 Gesundheitszentren, 2.612 Bildungseinrichtungen und 3.621 Gemeindezentren sind beeinträchtigt. Laut der Ungrd wurden 298 Straßen, 59 Aquädukte, 44 Brücken und fünf Flughäfen in Mitleidenschaft gezogen.
Zudem wurden auch Flora und Fauna in Mitleidenschaft gezogen. Rettungskräfte haben bis zum 15. August 578 von dem Erdbeben betroffene Tiere gezählt, von denen 188 gerettet werden konnten.
Das westkolumbianische Departamento Valle de Cauca verzeichnet mit 148 die höchste Zahl an Todesopfern, gefolgt von Risaralda (104), Chocó (13), Caldas (sechs) und Quindío (eins).
Hohe Solidarität seitens der Bevölkerung
Das Erdbeben hat zu einer großen Hilfsbereitschaft in der kolumbianischen Gesellschaft geführt. In der Hauptstadt Bogota wurden sechs Sammelzentren eingerichtet, die über die Stadt verstreut sind. Sie wurden von spontanen Initiativen eingerichtet und reichen von improvisierten Sammelstellen auf der Straße bis hin zum Stadion El Campín, wo jeden Tag tausende Freiwillige Menschenketten bilden,um die eintreffenden Spenden zu empfangen und zu verpacken.
Von Hand zu Hand werden Wasser, haltbare Lebensmittel, Windeln, Hygieneartikel und andere Basismittel in Kisten verpackt, um den Weg in die am meisten betroffenen Gemeinden in der Mitte, im Westen und Südwesten Kolumbiens anzutreten. In Quibdó, der Hauptstadt des Chocó, sind bereits die ersten Hilfslieferungen eingetroffen.
Auch in den Straßen der betroffenen Städte ist die Solidarität zu beobachten: Menschen versorgen die Rettungskräfte mit Wasser und Lebensmitteln, Gruppen von Freund*innen kommen aus anderen Gemeinden angereist, um zu helfen, Freiwillige helfen mit und Händler*innen teilen ihre Waren mit den Hilfskräften.
Noch mehr Hilfe benötigt
Nach Angaben der kolumbianischen Vereinigung der Hauptstädte benötigen die am schlimmsten betroffenen Städte Such- und Rettungstrupps für eingestürzte Gebäude, Kraftwerke für Krankenhäuser, Blutspenden, Trinkwasser, Lebensmittel, Decken, Matratzen, Medikamente und schweres Gerät.
Zu den momentan wichtigsten Aufgaben gehört der Einsatz von schwerem Gerät, eine Liste über die Kapazitäten der Krankenhäuser, Notunterkünfte sowie Grundversorgung wie Trinkwasser, Strom und Gas, an der es vor allem im Chocó mangelt.
Nach Angaben von Geolog*innen war das Erdbeben vom 10. August das Schwerste in Kolumbien seit 1970.
Zahl der Toten und Vermissten steigt weiter von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
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