
(Mexiko-Stadt, 23./24. Februar 2026, desinformémonos/poonal).- Über 250 Straßenblockaden, Hunderte angezündete Fahrzeuge, Angriffe auf Tankstellen und Geschäfte in mindestens 20 mexikanischen Bundesstaaten, sowie Unterrichtsausfall in acht Bundesstaaten und ein allgemeines Klima der Angst in der Bevölkerung – das ist die erste Bilanz nach der Militäroperation, die zum Tod von Nemesio Rubén Oseguera Cervantes alias „El Mencho“ führte, dem Anführer des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG). Bei der Operation wurden neben „El Mencho“ weitere sechs mutmaßliche Mitglieder des CJNG getötet, zwei weiter wurden festgenommen.
Die gewaltsame Antwort des Organisierten Verbrechens dehnte sich weit über den Bundesstaat Jalisco aus: In fast ganz Mexiko wurden 252 Blockaden von Bundesstraßen, Landstraßen und städtische Verbindungsstraßen registriert. Mindestens 23 Straßenblockaden der Narcos dauerten noch bis zum Abend des 22. Februar an. Die meisten der Blockaden (65) wurden im Bundesstaat Jalisco registriert.
Die Straßenblockaden mit Lastwagen und angezündeten Autos wurden in 20 der 32 mexikanischen Bundesstaaten gemeldet. Neben Jalisco waren das Aguascalientes, Baja California, Chiapas, Colima, Estado de México, Guanajuato, Guerrero, Hidalgo, Michoacán, Nayarit, Nuevo León, Oaxaca, Puebla, Quintana Roo, Sinaloa, Tabasco, Tamaulipas, Veracruz und Zacatecas.
Blockierte Straßen in 20 Bundesstaaten
Aufgrund der Gewalt fiel der gesamte Schulunterricht in den acht Bundesstaaten Jalisco, Nayarit, Michoacán, Colima, Guanajuato, Querétaro und Oaxaca aus, um die Sicherheit der Schüler*innen, Lehrkräfte und Angestellten zu garantieren. In den Bundesstaaten Estado de México und Hidalgo waren nur einige Gemeinden von den Schließungen betroffen. Auch an vielen Universitäten fiel der Unterricht aus.
Laut dem mexikanischen Sicherheitsminister Omar García Harfuch starben nach der Militäroperation gegen „El Mencho“ in der Gemeinde Tapalpa in Jalisco mindestens 62 Menschen, 70 wurden festgenommen. Laut der Regierung waren 25 der Getöteten Angehörige der Sicherheitskräfte, andere Quellen gehen von 48 aus. Trotz der landesweiten Gewalt erklärte Präsidentin Claudia Sheinbaum am Morgen des 23. Februar, dass in Mexiko alles ruhig und friedlich sei.
Material von NGO zerstört
Die Behörden meldeten 500 ausgebrannte Fahrzeuge allein in Jalisco und 171 im Bundesstaat Nayarit. Auch Umweltaktivist*innen des Kollektivs „Un Salto de Vida“ wurden Opfer der Narcos. Wie die Gruppe mitteilte, wurden Umweltschützer*innen und Forscher*innen auf einer Landstraße in Jalisco gezwungen, ihr Fahrzeug zu verlassen, als sie gerade auf dem Weg waren, um Wasserproben aus dem Fluss El Salto zu entnehmen, um diese auf Industrieabwässer zu untersuchen. Das Fahrzeug wurde mit allen Handys, Laptops und Probenmaterial angezündet. Die Aktivist*innen sprachen von einem „Totalverlust“, blieben aber selbst unverletzt.
Hunderte Straßenblockaden und Klima der Angst von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
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