Sprengstoff auf indigenem Territorium: Indígenas protestieren erneut vor Interamerikanischem Gerichtshof

(Buenos Aires, 08. Februar 2010, púlsar).- Mitglieder des indigenen Volkes der Sarayaku, aus der Amazonasregion in Ecuador, wandten sich am vergangenen 3. Februar auf einer Sitzung in Costa Rica an den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte, damit dieser weitere Maßnahmen zum Schutz ihres Territoriums ergreift. Die indigene Delegation verlangte vom Gerichtshof, den ecuadorianischen Staat erneut dazu aufzufordern, die rund 400 kg Sprengstoff aus dem Erdreich zu entfernen, die zuvor auf „heiligem Boden“ vergraben worden waren.

Verantwortlich für das Einsetzen der Sprengstoffe ist das argentinische Unternehmen Compañía General de Combustible (CGC). Diesem war im Jahr 1996 von der ecuadorianischen Regierung ohne vorherige Rücksprache mit den indigenen Gemeinschaften eine Konzession zur Ausbeutung des Landes übertragen worden. Seitdem führt das Unternehmen Prospektionsarbeiten durch, auf der Suche nach Erdölvorkommen in der Region.

2005 musste das Unternehmen sein Aktivitäten aufgrund des Widerstandes der Sarayaku und eines Erlasses durch den Interamerikanischen Gerichtshof einstellen. Der Präsident der Sarayaku, Holger Cisneros, beklagte jedoch, dass „der ecuadorianische Staat trotz der langen Zeit erst 14 kg Sprengstoff entfernt hat“. Im Rahmen der Anhörung der indigenen Delegation untersuchte der Gerichtshof, inwiefern die 2004 und 2005 beschlossenen vorläufigen Maßnahmen zugunsten des Volkes der Sarayaku umgesetzt wurden, zu denen auch die Entfernung der Sprengstoffe gehörte.

Der Vorsitzende des Dachverbands Indigener Nationalitäten in Ecuador CONAIE (Confederación de Nacionalidades Indígenas de Ecuador) wies zudem darauf hin, dass „der Fall der Sarayaku beispielhaften Charakter für den Kampf der indigenen Völker um ihr Überleben und den Schutz ihres Territoriums gegen die Erdölkonzerne“ habe.

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