Geplanter Bergbau-Distrikt in der Cordillera de Cóndor bedeutet Todesurteil für das Volk der Shuar

Domingo Ankuash während seiner Zeugenaussage vor der CIDH / Bildquelle: servindi(Lima, 25. März 2015, servindi).- Vertreter*innen des indigenen Volkes der Shuar haben am vergangenen 17. März vor der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte CIDH (Comisión Interamericana de Derechos Humanos) erklärt, dass der Plan, die Region Cordillera del Cóndor in einen riesigen Bergbau-Distrikt zu verwandeln, einem Todesurteil für das indigene Volk der Shuar gleichkomme. Die Delegation bestand aus Shuar, die der Generalversammlung der Shuar angehören sowie Mitgliedern der Ökumenischen Menschenrechtskommission CEDHU (Comisión Ecuménica de Derechos Humanos).

Gewalt und Kriminalisierung von Bergbaugegner*innen beklagt

Einer der indigenen Vertreter berichtete vor der CIDH vom Verlust des Friedens auf seinem Territorium und einer steigenden Zahl von Konflikten unter den Bewohner*innen seiner Region. Der Tod der indigenen Anführer José Tendetza, Freddy Taish und Bosco Wisuma, seien Teil eines insgesamt sich abzeichnenden Panoramas aus steigender Gewalt und der Kriminalisierung und Repression von Gegner*innen der Bergbauprojekte in den Provinzen Zamora Chinchipe und Morona Santiago, wo die Shuar-Gemeinschaften leben. Ein weiteres Problem sei die Verschmutzung von Flüssen, deren Wasser traditionell als Trinkwasser genutzt wird.

Die CEDHU präsentierte vor der CIDH einen Bericht in dem die Organisation ausführt, dass ohne vorherige Konsultation auf nationaler Ebene ein rechtlicher Rahmen geschaffen worden sei, um den Mega-Bergbau in Ecuador voranzutreiben.

Dieser rechtliche Rahmen missachte und verletze die Grundrechte der indigenen Völker und der Bauernfamilien, die im Einfluss der Bergbaugebiete lägen, so die Untersuchung. Dazu gehörten das Recht dieser Völker, ihre Territorien und Flüsse zu bewahren und ihre Beschäftigungen und Praktiken der Selbstversorgung mit Nahrung aufrechterhalten zu können. Zudem seien Grundrechte und –Freiheiten gefährdet, wie das Recht auf Leben und die persönliche und psychische Unverletzlichkeit und das Recht auf Meinungsfreiheit.

CIDH soll Situation vor Ort in Augenschein nehmen

Die Delegation forderte von der CIDH, dem Staat Ecuador zu empfehlen, unvoreingenommene und unparteiische Untersuchungen vorzunehmen, um die Verantwortlichen für die Morde an den drei Shuar-Anführern zu finden.

Außerdem forderten die Mitglieder der Delegation eine Befragung des Volkes der Shuar vor Beginn jeglicher Bergbauaktivitäten auf ihren Territorien. Zudem müssten neben anderen Aspekten die indigene territoriale Integrität sowie die ihrer Kultur, ihrer Traditionen und Bräuche respektiert werden. Die Delegation bat um einen Besuch der CIDH in Ecuador, damit letztere vor Ort die angezeigten Menschenrechtsverletzungen in Augenschein nehmen könne.

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