In Paraguay hat Präsident Santiago Peña nach einem folgenschweren Bankenskandal seinen Rücktritt erklärt. Der konservative Politiker verlor auch innerhalb seiner eigenen Colorado-Partei den Rückhalt, nachdem der Zusammenbruch einer der größten Banken des Landes Millionen Menschen um ihre Ersparnisse fürchten ließ.
Auslöser der Krise war die Schließung der Digitalbank Ueno durch die paraguayische Zentralbank. Das Geldinstitut hatte offenbar zu hohe Kredite an Unternehmen aus dem Umfeld seiner Eigentümer vergeben und verfügte nicht mehr über ausreichende finanzielle Sicherheiten.
Die Folgen sind dramatisch: Fast drei Millionen Menschen, rund 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Paraguays, haben Konten bei Ueno. Ihre Ersparnisse und Girokonten sind eingefroren, Bankkarten und Überweisungen funktionieren nicht mehr. Auch Rentenzahlungen sind betroffen. Hunderttausende Familien können nicht einmal mehr auf ihr Geld für Lebensmittel und andere lebensnotwendige Ausgaben zugreifen. Zudem hatte Ueno rund 850 Millionen US-Dollar öffentlicher Gelder verwaltet, darunter Mittel der staatlichen Rentenversicherung.
Präsident Peña steht selbst im Zentrum des Skandals. Er war bis 2025 mit der Unternehmensgruppe verbunden, der die Uena-Bank gehört. Während seiner Präsidentschaft hatte sich die kleine Digitalbank zum größten Institut Paraguays entwickelt. Inzwischen wurden sieben Führungskräfte der Bank festgenommen. Auch die Zentralbank ist von dem Skandal betroffen: Ihr Präsident Carlos Carvallo, der zuvor selbst die Ueno-Bank geleitet hatte, musste zurücktreten.
Nach massiven Protesten und dem Verlust der Unterstützung durch den einflussreichen Ex-Präsidenten Horacio Cartes erklärte Peña am Donnerstag seinen Rücktritt. Doch das Parlament will mehr. Es hat ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet, durch das Peña auch seine politische Immunität verlieren könnte. Gegen ihn wird inzwischen ebenfalls ermittelt. Währenddessen bleibt für Millionen Menschen ungewiss, wann sie wieder über ihr Geld verfügen können.
Präsident Peña tritt nach Bankenzusammenbruch zurück von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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