Indigene Medienvertreter*innen fordern Recht auf Kommunikation

Samir Flores bei Radio Comunitaria Amiltzinko. Der Umweltschützer wurde 2019 erschossen / Foto: Ruptura Colectiva (RC) via wikimedia commons (CC BY 3.0)

(Mexiko-Stadt, 19. Juli 2021, comcosur/Observacom México).- Im Rahmen der dreizehnten Internationalen Biennale des Radios haben Vertreter*innen von Community- und indigenen Medien aus Mexiko ihre Bedeutung in der Medienlandschaft für die Ausübung des demokratischen Rechts auf Kommunikation betont.

Wie die lateinamerikanische Beobachtungsstelle für Medien Observacom von der Veranstaltung berichtet, gebe es noch immer große Schwierigkeiten für indigene Gemeinschaften beim Zugang zu Kommunikationsmedien. „Das Recht indigener Gemeinschaften auf ihre eigenen Kommunikationsmedien ist in Lateinamerika nicht selbstverständlich. Selbst mitten im Jahr 2021 handelt es sich hierbei um ein grundlegendes Problem (…). Wie soll man Radio machen, wenn man verfolgt wird oder keinen Zugang zu den Mitteln hat, die es für ein solches Medium braucht, wie neue Geräte, damit die Menschen einen besseren Journalismus betreiben können? Wie sollen wir indigene Communityradiosender betreiben, wenn wir in einigen Ländern immer noch Gefahr laufen, dafür ins Gefängnis zu kommen, weil wir angeblich die Radiofrequenz stehlen?“, gab Gustavo Gómez, ausführender Direktor von Observacom laut der Tageszeitung El Universal zu denken.

Fehlende Ressourcen, Angriffe, bürokratische Hürden

María Eugenia Chávez von Violeta Radio de México berichtete, dass „indigene Medien sich Angriffen hegemonialer und wirtschaftlicher Gruppen ausgesetzt sehen, die sich an ihrem Narrativ stören.“

„Wir wollen das Communityradio im ganzen Land weiterverbreiten. Aber dafür müssen die Regierungen auch verhindern, dass Konzessionen an trügerische Unternehmen vergeben werden, die sich nur als Communityradios tarnen. Das Communityradio muss die Rechte der Gemeinschaften weiterhin verteidigen und ausweiten“, so Alfredo Zepeda González von Radio Huayacocotla.

Zuhörer*innen als Rechtssubjekte

In der Abschlusszeremonie, in der auch die Rechte der Zuhörer*innen thematisiert wurden, betonte die ehemalige Präsidentin der mexikanischen Zuhörerschaftsvereinigung AMDA, Beatriz Solíz: „Die Zuhörenden sind nicht mehr nur Punkte auf einer Ratingskala, sondern Rechtssubjekte.“

Gabriel Sosa Plata, Generaldirektor von Radio Educación bemerkte: „Wir befinden uns hier in einem sehr wichtigen Moment. Die Zuhörenden haben Rechte, aber wir müssen weiterhin dafür sorgen, dass die Bedingungen bestehen, mit denen sie gestärkt werden können. Dafür müssen wir auch mit jenen zusammenarbeiten, die die Konzessionen an öffentliche, Community- und indigene Medien vergeben. Und natürlich muss es auch um die kommerziellen Radios gehen, denn mit denen haben wir derzeit die größten Probleme.“

CC BY-SA 4.0 Indigene Medienvertreter*innen fordern Recht auf Kommunikation von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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