Proteste nach dem Tod einer salvadorianischen Migrantin bei Festnahme

„Hier haben sie Victoria getötet“ / Foto: democracy now

(Tulum, 30. März 2021, democracy now/poonal).- Nachdem die 36-Jährige Victoria Salazar am vergangenen Samstag in der mexikanischen Küstenstadt Tulum im Polizeigewahrsam getötet wurde, sind in mehreren Städten Proteste gegen Polizeigewalt, Machismus und Rassismus ausgebrochen. Die 36-jährige salvadorianische Geflüchtete und Mutter von zwei Kindern lebte seit zwei Jahren mit einem Visum aus humanitären Gründen in Mexiko. Nachdem eine Autopsie zu dem Schluss kam, dass Salazar während der Verhaftung das Genick gebrochen wurde, werden vier Polizist*innen nun des Feminizids beschuldigt. Bisher ist unklar, wie es überhaupt zu der brutalen Festnahme kam.

Mexikanische Medien veröffentlichten noch am Wochenende Videos, auf denen zu sehen ist, wie eine Polizistin auf Salazars Rücken kniet, während diese weint und sich unter der Last unmöglich bewegen kann. Später zeigen Videos Salazar, wie sie bäuchlings, mit Handschellen versehen und offenbar bewusstlos auf dem Asphalt liegt, während drei Polizisten die Lage beobachten. Schließlich hoben die Polizeikräfte den regungslosen Körper auf und legten Salazar in den hinteren Teil des Streifenwagens, bevor sie wegfuhren.

Demonstrationen in Mexiko und El Salvador

Rosibel Arriaza, die Mutter von Victoria Salazar, ließ von El Salvador aus verlauten: „Ich bin empört. Ich fühle mich machtlos, frustriert. Ich fordere Gerechtigkeit für meine Tochter!“ Am Montag nach der brutalen Tat versammelten sich in Mexiko-Stadt, Tulum und der salvadorianischen Hauptstadt San Salvador Menschen zu Protestmärschen. Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador erklärte öffentlich, Salazar sei „brutal behandelt und ermordet worden“.

Laut Behördenangaben wurden die vier Beamt*innen, eine Frau und drei Männer, aus dem Dienst entlassen, festgenommen und müssen sich wegen Feminizids vor Gericht behaupten. Auch der Polizeichef von Tulum musste sein Amt niederlegen. Protestierenden geht das aber nicht weit genug. Sie prangern die strukturelle Dimension des Verbrechens an: Nicht nur der Machismus habe Salazar getötet, die Tat habe auch rassistische Hintergründe.

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