Bolivien bleibt politisch geteilt

(Lima, 08. April 2010, noticias aliadas).- Die Regierungspartei Bewegung zum Sozialismus MAS (Movimiento al Socialismo) unter der Führung von Evo Morales Ayma gewann die Mehrheit bei den Regional- und Gemeindewahlen in Bolivien; der Osten des Landes bleibt jedoch weiterhin in der Hand der Opposition.

Die Regierungspartei MAS mit Evo Morales Ayma an der Spitze erhielt sechs der neun Regionen, auf Gemeindeebene schaffte sie es nur in den beiden regionalen Hauptstädten Cochabamba und Cobija sowie in El Alto, das Bürgermeisteramt zu gewinnen. Damit markieren die Wahlen vom 04. April einen weiteren Schritt in Richtung Autonomie der drei Departamentos Tarija, Santa Cruz und Beni in der sogenannten Halbmond-Region im Osten Boliviens. Am Wahlsonntag waren mehr als 5,3 Mio. Bolivianer*innen aufgerufen, insgesamt neun Governeure, 337 Bürgermeister*innen, 1.800 Stadtverordnete bzw. Gemeinderatsmitglieder sowie 267 Parlamentarier*innen aus den verschiedenen Regionen zu wählen.

Auf einer Pressekonferenz vom 06. April in Huatajata am Ufer des Titicaca-Sees gab Präsident Evo Morales bekannt, dass seine Partei Bewegung zum Sozialismus in 220 der 337 Gemeinden landesweit gewonnen habe. “Niemals zuvor haben wir sowohl in sechs von neun Departamentos, als auch gleichzeitig drei von zehn Bürgermeisterämter der wichtigsten Städte gewonnen”, sagte Morales.

Die oppositionelle Rechte, die für Autonomiebestrebungen in der Region steht, behielt jedoch die Kontrolle über die Departamentos Beni, Santa Cruz und Tarija, welche zusammen mit der Pando-Region, die allerdings in den Händen der MAS verblieb, den sogenannten Halbmond (Media Luna) bilden und 28 Prozent des BIP Boliviens erwirtschaften. La Paz, Regierungssitz und größte Stadt des Landes, sowie Oruro gingen an die zur politischen Linken zählenden Bewegung ohne Angst MSM (Movimiento sin Miedo) verloren, die vom scheidenden Bürgermeister von La Paz, Juan del Granada, früher selbst Verbündeter von Morales, geführt wird.

Obwohl die Kandidat*innen der Regierungspartei MAS bei diesen Wahlen auf den gewohnten Rückhalt ihres Präsidenten weitestgehend verzichten mussten, gelang ihnen letztendlich ein Wahlsieg. Damit traten sie Befürchtungen entgegen, eine beträchtliche Wahlniederlage im Vergleich zum letzten Jahr zu erleiden, als Morales mit 64 Prozent der Stimmen erneut zum Präsidenten des Landes gewählt wurde.

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