Mexiko

Tamaulipas: Gouverneurs-Kandidat der PRI ermordet


(Buenos Aires, 29. Juni 2010, púlsar).- Der Kandidat der Partei der Institutionellen Revolution PRI (Partido Revolucionario Institucional) für das Amt des Gouverneurs im mexikanischen Bundesstaat Tamaulipas ist am 28. Juni ermordet worden. Die beiden Fahrzeuge, in denen das Wahlkampfteam von Rodolfo Torre Cantú unterwegs war, wurden aus einem Hinterhalt heraus beschossen.

Außer Torre Cantú wurden sechs seiner Begleiter ermordet, darunter sein Schwiegervater. Der Konvoi des Kandidaten hatte sich auf dem Weg zum Flughafen von Ciudad Victoria, der Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaates Tamaulipas befunden, der an den US-Bundesstaat Texas grenzt. Torre Cantú hätte mehrere Wahlkampfveranstaltungen in den Städten Matamoros und Valle Hermoso bestreiten sollen. Er war der gemeinsame Kandidat eines Bündnisses aus PRI, der grünen Partei Partido Verde Ecologista und der Partei Neue Allianz PANAL (Partido Nueva Alianza). In Wahlumfragen hatte er deutlich in Führung gelegen, mehr als 50 Prozent der Befragten hatten vor, ihm ihre Stimme zu geben.

Mexikos Staatspräsident Felipe Calderón von der Partei der Nationalen Aktion PAN (Partido Acción Nacional) sicherte umfassende Unterstützung bei der Ergreifung der Täter zu. Das Attentat habe sich nicht nur gegen einen mexikanischen Bürger und politischen Akteur gerichtet, sondern gegen die mexikanische Gesellschaft insgesamt sowie gegen alle demokratischen Institutionen des Landes.

Am 4. Juli werden in zwölf mexikanischen Bundesstaaten Gouverneurs-Wahlen stattfinden. Außerdem stehen mehrere Kommunalwahlen und Wahlen zu den Bundesparlamenten an. In Tamaulipas werden gut 2 Mio. Bürger*innen zu den Urnen gerufen. Sie wählen den Gouverneur, 43 Bürgermeister*innen und das Parlament des Bundesstaates.

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