Chile

Regierung lässt durch Bergbau betroffene Gletscher untersuchen


(Buenos Aires, 22. Oktober 2009, púlsar).- Die Chilenische Wasserdirektion des Ministeriums für Öffentliche Arbeiten (dirección de Aguas del Ministerio de Obras Públicas) wird eine Serie von Untersuchungen an den in unmittelbarer Nähe des Bergbauprojektes Pascua Lama anliegenden Gletschern durchführen. Die Gemeinden der Region beklagen die Umweltverschmutzung durch die Methoden des Abbaus von Edelmetallen.

Das von dem kanadischen Unternehmen Barrick Gold durchgeführte Projekt plant, 16,9 Millionen Unzen Gold, 635 Millionen Unzen Silber und 250.000 Tonnen Kupfer abzubauen. Um den Abbau zu realisieren müssen drei Gletscher der III. Region Atacama durchbohrt werden. Der Abbau mit Zyanid soll unter freiem Himmel und auf argentinischer Seite stattfinden.

Die beidseitig der Anden-Kordillere einberufenen Nachbarschaftsvereinigungen sehen einen irreparablen Umweltschaden durch das Bergbau-Projekt Pascua Lama voraus. Flüsse würden verschmutzt und somit für Menschen ungenießbar zurückgelassen, fürchten sie.

Die durch das Projekt auf chilenischer Seite abzusehenden Einflüsse auf die Umwelt sind unter Anderem Quantitäts- und Qualitätsänderungen der Wasserreserven im Becken des Flusses el Toro. Unmittelbar davon betroffen wären jene Gemeinden, die sich durch den Fluss versorgen und ihr Land mit abfließendem Gletscherwasser bewässern.

Der Leiter der Wasserdirektion des Ministeriums für Öffentliche Arbeiten, Rodrigo Weisner, erklärte, dass Proben sowohl oberirdisch als auch unter dem Gletscher Toro I entnommen werden. Andere ebenfalls von dem Bergbau-Projekt betroffene Gletscher wären Toro 2, Esperanza und Guanaco.

CC BY-SA 4.0 Regierung lässt durch Bergbau betroffene Gletscher untersuchen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

„Wenn nur die Kohle zählt“ – Der Tagebau El Cerrejón im Norden Kolumbiens
105
(Berlin, 12. Februar 2019, npl).- Die deutsche Kohlekommission beschloss am 24. Januar 2018 mit dem sogenannten Kohlekompromiss den Ausstieg aus der Kohleproduktion bis zum Jahr 2038, also in knapp zwanzig Jahren. In Kolumbien ist das Ende bisher noch weniger in Sicht: Mit 69.000 Hektar, einer Fläche so groß wir fast hundert Fussballfelder, ist El Cerrejón im Norden Kolumbiens der größte Steinkohletagebau Lateinamerikas und einer der größten weltweit. Die Lebensgrundlage für ...
onda-info 453
79
Hallo und Willkommen zum onda-info 453! Zunächst nach El Salvador: Ihr erhaltet ihr einen kurzen Überblick über die Präsidentschaftswahlen und den zukünftigen, etwas konturlosen Präsidenten Nayib Bukele. „Land, Kultur, Autonomie, die indigene Bewegung im Cauca“ heißt die im Januar 2019 vom Kollektiv Zwischenzeit herausgegebene Broschüre zu Kolumbien. In 22 Artikeln wird die emanzipatorische Bewegung der indigenen Gemeinschaften im Cauca im Südwesten Kolumbiens so eindri...
Bisher 134 Tote bei Dammbruch in Minas Gerais
115
(São Paulo, 25. Januar 2019, brasil de fato/poonal).- Im südbrasilianischen Bundesstaat Minas Gerais brach am 25. Januar der Staudamm eines Rückhaltebeckens in Brumadinho, im Ballungsgebiet von Belo Horizonte. Der Damm gehörte zur Eisenerzmine „Córrego do Feijão“ des Bergbaukonzerns Vale. Mittlerweile geht man von 134 Toten und 199 Verschwundenen aus. 192 Menschen konnten gerettet werden; 108 waren gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Die Regierung des Bundesstaates hält die ...
Wenn nur die Kohle zählt
126
Die deutsche Kohlekommission beschloss am 24. Januar 2018 mit dem sogenannten Kohlekompromiss den Ausstieg aus der Kohleproduktion bis zum Jahr 2038, also in knapp zwanzig Jahren. In Kolumbien ist das Ende bisher noch weniger in Sicht: Mit 69.000 Hektar, einer Fläche so groß wir fast hundert Fussballfelder, ist El Cerrejón im Norden Kolumbiens der größte Steinkohletagebau Lateinamerikas und einer der größten weltweit. Die Lebensgrundlage für die Menschen, die hier weiterhi...
onda-info 452
80
Hallo und Willkommen zum onda-info 452! Unser knallvolles Infomagazin startet jetzt mit einer Nachricht aus Brasilien von der erneuten, verheerenden Schlammlawine in Minas Gerais. Schon im November 2015 begrub eine gewaltige Schlammlawine in Brasilien mehrere Dörfer unter sich. Damals brach das Klärbecken einer Eisenmine, ebenfalls im Bundesstaat Minas Gerais. Einen ausführlichen Beitrag dazu findet ihr in unserem Archiv Fokus Menschenrechte 2016. Das onda-info geht wei...