Argentinien Belize Chile Kolumbien

Kurznachrichten


madres plaza de mayo / Foto: subcomandanta,   CC BY NC SA 2.0, flickr(Lima, 03. Dezember 2015, noticias aliadas).- Argentinien: 118. Enkel identifiziert:In Argentinien gab am 5. November die Vereinigung Abuelas de Plaza de Mayo (dt. Großmütter der Plaza de Mayo) bekannt, den 118. Enkel aufgefunden zu haben. Estela de Carlotto, die Präsidentin der Organisation, versicherte in einer Pressekonferenz, dass es sich um einen 38-jährigen Mann namens Martín handle, der als Sohn von Estela Maris Montesano und Jorge Oscar Ogando identifiziert wurde, die 1976 unter der Diktatur von Jorge Rafael Videla (1976-1981) verhaftet wurden und seitdem als Verschwundene gelten.

Argentinien: 118. Enkel identifiziert

In Argentinien gab am 5. November die Vereinigung Abuelas de Plaza de Mayo (dt. Großmütter der Plaza de Mayo) bekannt, den 118. Enkel aufgefunden zu haben. Estela de Carlotto, die Präsidentin der Organisation, versicherte in einer Pressekonferenz, dass es sich um einen 38-jährigen Mann namens Martín handle, der als Sohn von Estela Maris Montesano und Jorge Oscar Ogando identifiziert wurde, die 1976 unter der Diktatur von Jorge Rafael Videla (1976-1981) verhaftet wurden und seitdem als Verschwundene gelten. Martín sei Enkel von Delia Giovanolla, eine der 12 Gründerinnen der Abuelas de Plaza de Mayo. Im März dieses Jahres unterzog sich Martín freiwillig einem DNA-Test, der seine biologische Abstammung bestätigte.

Am 31. August 2015 war die 117. Enkelin mit dem Namen Claudia identifiziert worden. Sie ist Tochter des verhafteten und verschwundenen Paares Walter Hernán Domínguez und Gladys Cristina Castro und wurde im März 1978 in Gefangenschaft geboren.

Belize: Regierungspartei bei Neuwahlen bestätigt

Nach erneutem Wahlsieg am 4. November wird die United Democratic Party (UPD) unter Führung des Premierministers Dean Barrow zum dritten Mal in Folge Belize regieren. Barrow, der am 12. November vor der Nationalversammlung seinen Eid ablegte, gelang im Jahr 2008 zum ersten Mal an die Macht und wurde 2012 wiedergewählt. Vergangenen September bat Barrow den Generalgouverneur Sir Colville um Auflösung der Nationalversammlung, um somit Neuwahlen einberufen zu können. Diese ermöglichten seiner Partei ein drittes Mandat sowie die Fortsetzung deren Entwicklungsprojekte. Darunter befinden sich Vorhaben wie etwa der Bau einer großen Brücke, eines neuen internationalen Flughafens und ein Programm zur Finanzierung von Kleinunternehmen und landwirtschaftlichen Betrieben.

Chile: Verurteilung ehemaliger Militärangehörige

Ein Berufungsgericht in Chile verurteilte am 3. November 64 ehemalige Militärangehörige aufgrund des Verschwindens von Washington Cid Urrutia [im Jahr 1974] zu 4 bis 13 Jahren Haft. Cid Urrutia war Aktivist der Bewegung der revolutionären Linken MIR (Movimiento de Izquierda Revolucionaria). Der Richter Hernán Crisosto verurteilte die ehemaligen Generäle César Manríquez, Pedro Espinoza, Miguel Krassnoff und Raúl Iturriaga zu 13 Jahren Gefängnis wegen Mittäterschaft zur Entführung. Die Verurteilten büßen derzeit eine Strafe von mehr als 200 Jahren aufgrund von Menschenrechtsverletzungen ab. Zudem wurden 36 ehemalige Agent*innen des Nationalen Geheimdienstes DINA (Dirección Nacional de Inteligencia) zu 10 Jahren Haft verurteilt. Der Rest der 64 Verurteilten wurde mit einer Strafe von vier Jahren belegt.

Kolumbien: Homosexuelle zur Adoption berechtigt

Homosexuelle Paare in Kolumbien können in Zukunft Kinder adoptieren. Das Verfassungsgericht gab am 4. November einer Klage des Richters Jorge Iván Palacio statt, die homosexuelle Paare zur Adoption berechtigen sollte. Schließlich sei das Recht des Kindes auf eine Familie maßgebend. Das Verfassungsgericht stellte klar, dass gleichgeschlechtliche Paare dieselben Bedingungen erfüllen müssen, wie sie das Gesetz von heterosexuellen Paaren fordert. Laut Palacio, “hat die Adoption von Kindern durch Personen verschiedener sexueller Orientierung generell und speziell durch gleichgeschlechtliche Paare keine negativen Auswirkungen auf das Interesse des Kindes. Ebenso wenig ist dadurch dessen körperliche und geistige Gesundheit oder dessen ganzheitliche Entwicklung gefährdet.”

CC BY-SA 4.0 Kurznachrichten von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Hinhörer: Wahrheit, Gerechtigkeit, Erinnerung Menschenrechte auf den Punkt gebracht. Heute: Wahrheit, Gerechtigkeit und Erinnerung Folter, sexualisierte Gewalt, Mord, Verschwindenlassen von Personen: durch Militärs, bezahlte Auftragskiller, Kartelle oder Banden – das schreit nach Aufklärung, damit die Luft zum Atmen reicht! ¡Nunca más - nie wieder!  
Die 32.000 Verschwundenen haben Namen Die 32.000 Verschwundenen haben Namen (Mexiko-Stadt, 14. November 2017, desinformémonos/UNAM global).- In Mexiko sind in den vergangenen zehn Jahren immer mehr Menschen verschwunden; "eine nicht dagewesene Steigerung, die es in anderen Ländern Lateinamerikas nicht gibt", so Santiago Aguirre Espinosa. Der stellvertretende Direktor des Menschenrechtszentrums Miguel Agustín Pro Juárez hat jetzt eine neue Datenbank vorgestellt, die den 32.000 Verschwundenen in Mexiko einen...
Argentinischer Aktivist bleibt verschwunden Von Jessica Zeller und Darius Ossami (Berlin, 7. September 2017, npl).- In Argentinien herrscht weiterhin Unklarheit über den Verbleib von Santiago Maldonado. Am 1. August war der linke Aktivist bei Protesten der indigenen Mapuche im Süden des Landes von der Gendamerie verhaftet und in einen Mannschaftswagen verfrachtet worden. Das berichten Augenzeugen, die an dem Tag dabei waren. Seitdem fehlt von dem jungen Mann jede Spur. Der Verdacht steht im Raum, dass er von der...
Straflosigkeit in Uruguay: Alles damit niemand redet Als in Uruguay 2004 das linke Bündnis Frente Amplio zum ersten Mal in die Regierung gewählt wurde, verbanden viele Menschen damit die Hoffnung, dass nun endlich die Verbrechen aus der Diktatur von 1973 bis 1985 aufgeklärt und Schluss sein würde mit der Straflosigkeit für die verantwortlichen Militärs. Sie sollten sich täuschen. Bis heute ist das Amnestiegesetz mit dem zynischen Namen: Gesetz über die Verjährung des staatlichen Strafverfolgungsanspruchs, das direkt nach Ende d...
Wo ist Santiago Maldonado? In Argentinien herrscht weiterhin Unklarheit über den Verbleib des Aktivisten Santiago Maldonado. Am 1. August war der junge Mann bei Protesten der indigenen Mapuche im Süden des Landes von der Gendamerie verhaftet und in einen Mannschaftswagen verfrachtet worden. Das berichten Augenzeugen, die an dem Tag dabei waren. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. Menschenrechtsorganisationen verlangen vom argentinischen Staat aufzuklären, was an dem Tag passiert ist. Denn momentan sieht a...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.