Honduras
Fokus: Recht auf Stadt und Land / Derecho a la ciudad y tierra

Erneut indigener Aktivist ermordet


Der ermordete Aktivist José de los Santos Sevilla. Foto: Servindi/El Heraldo

Der ermordete Aktivist José de los Santos Sevilla. Foto: Servindi/El Heraldo

(Tegucigalpa, 18. Februar 2017, servindi/el libertador).- José de los Santos Sevilla, Angehöriger und Anführer der Tolupán, wurde in der Nacht des 17. Februar in Orica, 120 Kilometer nordwestlich der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa umgebracht. Die Täter*innen sind nicht bekannt. Wie der Bürgermeister der Gemeinde, Alexander Rodríguez, bestätigte, drangen fünf schwer Bewaffnete in Sevillas Haus im Viertel La Ceiba ein und töteten ihn mit mehreren Schüssen. Rodríguez bat den honduranischen Präsidenten Juan Hernández um Unterstützung, damit die entsprechenden Ermittlungen durchgeführt würden, da das Tatmotiv unbekannt sei. Das Ministerium für Sicherheit habe zwei Ermittlungsgruppen der Polizei beauftragt, um das Geschehen zu untersuchen, teilte der Sprecher der Nationalpolizei PNC, Julián Hernández mit.

123 ermordete Aktivist*innen in acht Jahren

Ein Bericht, den die Nichtregierungsorganisation Global Witness Ende Januar veröffentlicht hat betont, dass in Honduras von 2009 bis heute mindestens 123 Landrechts- und Umweltaktivist*innen ermordet wurden. Laut Global Witness wurden soziale Aktivist*innen umgebracht, weil sie sich dem Bau von Wasserkraftwerken und Minen entgegensetzten. Viele dieser Projekte seien in Regionen geplant, die indigenen Gemeinschaften gehören. Sie würden außerdem das Ökosystem der betroffenen Gebiete beeinflussen.

Auch Berta Cáceres, eine führende Vertreterin der Lenca, wurde aus diesem Grund ermordet. Sie unterstützte den Kampf zur Verteidigung des Flusses Gualcarque. Cáceres wurde am 3. März 2016 in ihrem Haus in La Esperanza, Intibucá getötet. Acht Personen, unter ihnen aktive Militärangehörige, wurden festgenommen. Sie werden beschuldigt, den Mord an Berta Cáceres ausgeführt zu haben. Allerdings hat die honduranische Justiz die Auftraggeber*innen des Mordes noch nicht gefunden. Global Witness bestätigte, dass Honduras wegen der hohen Straflosigkeit eines der gefährlichsten Länder für Umweltaktivist*innen sei.

CC BY-SA 4.0 Erneut indigener Aktivist ermordet von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Zwischen Erdöl-Rückwärtsgang und Öko-Strom: Energiepolitik in Mexiko
30
Auch in Lateinamerika hat sich längst die Erkenntnis durchgesetzt, dass es den Klimawandel gibt, dass er menschengemacht ist und dass dringend umgesteuert werden muss. Mexiko ist heute weltweit der zehntgrößte Treibhausgasproduzent und nach Brasilien der zweitgrößte in Lateinamerika. Das Land hat viel Potenzial für Erneuerbare Energien, doch so richtig will die Energiewende nicht vorankommen – stattdessen will Mexikos Präsident den Erdöl-Sektor wiederbeleben. Wir haben vor Or...
Indigene Rechte und Regierungspolitik im Bergbau
42
(Mexiko-Stadt, 26. April 2019, la jornada).- Schlechte Nachrichten für den mexikanischen Präsidenten. In seiner morgendlichen Pressekonferenz am 18. März erklärte der Regierungschef, es würden keine weitere Bergbaukonzessionen auf dem nationalen Territorium erteilt. Gleichzeitig versicherte er, keine der von den Vorgängerregierungen genehmigten Konzessionen würde zurückgenommen. „Die Konzessionen bleiben bestehen. Sie werden nicht widerrufen, ganz einfach. Damit unsere Gegner...
Prozess wegen Betrugs um Agua-Zarca-Kraftwerk in Honduras beginnt
55
(Tegucigalpa, 15. April 2019, amerika21).- Wegen betrügerischer Machenschaften im Fall des Wasserkraftwerks "Agua Zarca" in Honduras wird 16 Angeklagten der Prozess gemacht. Am 12. April ordnete ein Strafgerichtshof für Korruptionsfälle in Tegucigalpa Haft für den ehemaligen Geschäftsführer des Unternehmens Desarrollos Energéticos S.A (DESA), David Castillo Mejía an. Mejía sitzt ohnehin wegen des Mordkomplottes gegen die Menschenrechtsverteidigerin Berta Cáceres in Untersuchu...
Aktivist Sergio Rojas in Costa Rica erschossen
103
Der indigene Aktivist Sergio Rojas Ortiz wurde am Abend des 18. März ermordet. Unbekannte Täter gaben in seinem Haus in Salitre im Süden des Landes mehrere Schüsse auf ihn ab. Rojas war führender Aktivist der Bribri-Indigenen und gehörte der Koordination der Nationalen Front Indigener Völker FRENAPI an. Gerade am Tag seiner Ermordung hatte Rojas Klage eingereicht, gegen die illegale Aneignung von indigenen Gebieten und die Zunahme der Drohungen gegen die indigene Gemeinschaft...
Indigener Aktivist in Costa Rica erschossen
169
(Berlin, amerika21/poonal).- Der indigene Aktivist Sergio Rojas Ortiz wurde am Abend des 18. März ermordet. Unbekannte Täter gaben in seinem Haus in Salitre im Süden des Landes mehrere Schüsse auf ihn ab. Rojas war führender Aktivist der Bribri-Indigenen und gehörte der Koordination der Nationalen Front Indigener Völker FRENAPI an. Gerade am Tag seiner Ermordung hatte Rojas Klage eingereicht, gegen die illegale Aneignung von indigenen Gebieten und die Zunahme der Drohungen ge...