Mexiko

Besuch des UNO-Berichterstatters zu intern Vertriebenen – mehr Schutz für Binnenflüchtlinge angemahnt


(Mexiko-Stadt, 21. August 2016, poonal).- Nach Angaben des Monitoring-Zentrums zu interner Vertreibung, das zu der Nicht-Regierungsorganisation Norwegischer Flüchtlingsrat gehört, hat sich die Zahl der Vertriebenen innerhalb Mexikos in den letzten Jahren auf fast 290.000 Personen summiert. Regierungsangaben nennen deutlich niedrigere Zahlen. Tatsächlich haben sich Berichte über die Vertreibung von Bewohner*innen ganzer Ortschaften durch das organisierte Verbrechen und vor allem durch die Drogenkartelle, quer durch das Land in den vergangenen zwei bis drei Jahren gehäuft.

Mitte August hielt sich Chaloka Beyani, UNO-Berichterstatter für die Menschenrechte Intern Vertriebener in Mexiko auf und bot die Hilfe der UNO an. Im Gespräch mit mexikanischen Senator*innen gaben letztere zu, dass es sich bei den Binnenflüchtlingen um eine wachsende Zahl von Bürger*innen handelt, die “unsichtbar gelassen werden” und die das mexikanische Recht hilflos lässt.

Beyani betonte die Verantwortung des Staates dabei, für den Schutz dieser Menschen zu sorgen. Nach der offiziellen Definition handelt es sich bei ihnen um Personen, die gewaltsam aus ihrer angestammten und rechtmäßigen Heimat vertrieben wurden und bei ihrer Flucht keine Staatsgrenze überschritten haben.

CC BY-SA 4.0 Besuch des UNO-Berichterstatters zu intern Vertriebenen – mehr Schutz für Binnenflüchtlinge angemahnt von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Kriminelle Umweltzerstörung im Nordwesten Mexikos
129
Von Victor M. Quintana (Mexiko-Stadt, 6. Mai 2016, la jornada).- Nicht jeden Tag genießt man ein solches Vorrecht. Die pastoralen Mitarbeiter*innen der Diözese der Sierra Tarahumara, einer Gebirgsregion im Nordwesten Mexikos, luden mich zu ihrer Versammlung zum Thema Seelsorgeplan der Diözese ein. Die Dynamik dieser großen Gruppe, die sich aus Laien, Nonnen, Mönchen und Priestern zusammensetzt, erregte meine Aufmerksamkeit. Anfang des Jahres hatten sie einen Seelsorgep...
Drogenkrieg und Menschenrechtsverletzungen verfolgen Felipe Calderón bis nach Harvard
125
von Gerold Schmidt (Mexiko-Stadt, 27. Januar 2013, npl). - Bei winterlichem Wetter ist Mexikos Expräsident Felipe Calderón (2006-2012) auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos immer äußerst warm empfangen worden. Dies war in den vergangenen Tagen nicht anders. Nicht mehr als Staatspräsident, sondern als Ehrenvorsitzender der Green Growth Action Alliance sonnte sich Calderón noch einmal in der Öffentlichkeit. Doch schon ab diesem Montag (28. Januar) wird ihn an der US-amerikanisc...
onda-info 463
73
Hallo und Willkommen zum onda-info 463! Kurz vor dem Sommerloch präsentieren wir Euch ein randvolles onda- info, so dass wir Euch mit einigen Beiträge sogar auf in 2 Wochen vertrösten müssen.  Zu Besuch nach Berlin kommt die guatemaltekische HipHopperin Rebeca Lane. Dort wird sie am 4. Juli ein Konzert geben. Dazu interviewte sie Matraconda. Am 28 Juni war der 10. Jahrestag nach dem Putsch 2009 in Honduras. Anlässlich dessen hat onda Menschen aus der Opposition und sozialen ...
Hinhörer: SDG 2 Kein Hunger
23
Onda „Hinhörer“: Nachhaltige Entwicklungsziele in wenigen Minuten auf den Punkt gebracht. Argumente, Infos und Straßenumfragen aus Deutschland und Lateinamerika. Heute: Kein Hunger
onda-info 461
111
Hallo und willkommen zum onda-info 461! Diesmal gibt es ein Spezial und unsere Sendung dreht sich heute um Argentinien. Am 1. August 2017 starb der argentinische Aktivist Santiago Maldonado nach einem Polizeieinsatz. Die ungeklärten Umstände seines Todes brachten 300.000 Menschen auf die Straße und setzten die Regierung unter Druck. Jetzt konnten wir mit seinem Bruder Sergio sprechen, als dieser in Berlin zu Gast war. Argentinien ist weltberühmt für sein Rindfleisch. De...