Themenschwerpunkt: Nachhaltige Entwicklung braucht Teilhabe!


Über den Begriff „Nachhaltige Entwicklung“ wird kontrovers diskutiert – und er wird in viele verschiedene Richtungen interpretiert. Nicht zuletzt durch die UN-Konferenz Rio+20 vom Juni 2012 ist er in aller Munde.

banner teilhabe-2012

 

 

 

 

 

 

 

Unser Blick richtet sich jedoch weniger auf die Debatte um „Nachhaltigkeit“ und „Entwicklung“, sondern auf die damit verbundenen Partizipationsprozesse. Denn um eine nachhaltige Entwicklung umzusetzen, muss die Gesellschaft umdenken und sich mit Prozessen der Teilhabe auseinandersetzen.

Uns interessiert Partizipation als ein Recht auf Mitgestaltung, das von der Bevölkerung eingefordert wird, und nicht als eine Steuerungsmaßnahme, die von „oben“ angewandt wird. Schon lange fordern zivilgesellschaftliche und soziale Bewegungen in Lateinamerika gesellschaftliche Teilhabe, Selbst- und Mitbestimmung in allen gesellschaftlichen Bereichen – sei es bei Entscheidungen über Großprojekte, der Ausbeutung von Ressourcen oder der Forderung nach Bürgermedien.

Wie wird Teilhabe in den mit „Nachhaltigkeit“ überschriebenen Bereichen ausgehandelt? Wie ist die rechtliche Situation? Welche Akteure bringen sich ein und warum? Welche Erfolge und welche Herausforderungen gibt es?

Im Pressedienst poonal berichten wir über Themen wie das Recht auf Konsultation oder Debatten über zivilgesellschaftliche Widersprüche bei Bergbauprojekten. Deutschland als Abnehmer von Ressourcen im Zuge von Freihandelsverträgen spielt eine Rolle. Die Green Economy, die Inwertsetzung der Natur, die Messbarkeit nachhaltiger Entwicklung und Auch die Forderungen nach Teilhabe von Gruppen wie Trans*personen werden uns beschäftigen.

Mit Radiobeiträgen führen wir nach Uruguay und lassen hören, wie Menschen in der Psychiatrie auf Sendung gehen oder belauschen ein Stadtteilradio im südlichen Chile. Als neues Format beim Nachrichtenpool Lateinamerika werden wir mit  Infoblättern über Community Radios in ausgewählten lateinamerikanischen Ländern wie Honduras, Argentinien und Brasilien informieren.

Wir schauen uns an, ob und wie das Recht auf Kommunikation gesetzlich verankert ist, welche konkreten Möglichkeiten von Partizipation es in Radios gibt, wer solche Radios wo betreibt und wie Communities mit ihren Schwerpunkten Programme gestalten. Bei Veranstaltungen wollen wir diese Themen mit Gästen und Publikum gemeinsam diskutieren.

CC BY-SA 4.0 Themenschwerpunkt: Nachhaltige Entwicklung braucht Teilhabe! von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Argentinische Radiokollektive trotzen rückschrittlicher Medienpolitik Von Christian Rollmann und Jessica Zeller(Buenos Aires-Berlin, 30. August 2016, npl).- Von 2009 bis 2015 hatte Argentinien ein neues, fortschrittliches Mediengesetz. Doch bereits kurz nach seinem Amtsantritt Ende vergangenen Jahres erklärte der rechtskonservative Präsident Mauricio Macri wesentliche Teile des Gesetzes per Dekret für ungültig. Seitdem liegt das Projekt auf Eis. Ungeachtet dessen streiten Medienaktivist*innen im Land weiterhin für ihr Recht auf Kommunik...
Urteil in der „Megacausa“ von Córdoba: „Dieser Prozess geht uns alle an!“ Von Ute Löhning(Berlin, 17. September 2016, npl).- Lebenslängliche Haftstrafen für 28 Militärs und Polizisten sind das Ergebnis eines der größten Menschenrechtsprozesse Argentiniens. In der sogenannten „Megacausa“ hatte die argentinische Justiz über Verbrechen in der zentralargentinischen Provinz Córdoba verhandelt. In Zeiten der rechts-konservativen Regierung Mauricio Macris fordern Menschenrechtsorganisationen, Basismedien und Bildungseinrichtungen die Aufklärung d...
El juicio es de todos! – Dieser Prozess geht uns alle an In argentinischen Medien wurde er schon als „Nürnberg von Córdoba“ bezeichnet. Mit der sogenannten „Megacausa“ geht einer der größten Menschenrechtsprozesse in der Geschichte des Landes zu Ende. Am 25. August wurde nach 350 Verhandlungstagen das Urteil gesprochen. Verhandelt wurden Verbrechen in den Jahren 1975 bis 1979, also während der argentinischen Diktatur und auch schon davor, in der zentralargentinischen Provinz Córdoba. Allein in "La Perla",  dem größten Folterlager ...
onda-info 389 Hallo und willkommen zum onda-info 389!Zunächst wie immer ein paar Nachrichten: Im nordargentinischen Córdoba ist einer der größten Prozesse Argentiniens zu Ende gegangen; verhandelt wurden Menschenrechtsverbrechen aus der Zeit der Diktatur und davor.Mexiko setzt neue Prioritäten in der Verbrechensbekämpfung. Gegen das organisierte Verbrechen eingesetzte Polizisten werden in den Kampf gegen protestierende Lehrer geschickt. Wer sich freut sind die Kartelle. Sie haben n...
Nachhaltige Kommunikation und freie digitale Territorien Von Nils Brock(Rio de Janeiro, 03. Mai 2016, npl).- Die staatliche brasilianische Universität Campinas liegt in einem Industriegebiet, gut anderthalb Autostunden entfernt von São Paulo. Hier wo die Militärs in den 1970ern ihr Kernwaffenprojekt „Solimões” versteckten, trifft sich am heutigen Nachmittag ein bunter Haufen Medienaktivist*innen. Der Seminarraum ist voll mit indigenen Radiomachenden aus Ecuador und Peru, Videokollektiven aus dem Amazonas, non-profit Wifi-In...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *