Saubere WM: Krieg den Hütten

Polizeieinheiten wie die Bope bekommen die Bewohner*innen der Favelas öfter zu Gesicht. Foto: Archiv(Rio de Janeiro, 31. März 2014, taz).- Zweieinhalb Monate vor der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien sind am 30. März mehr als 1.400 Polizisten und Marinesoldaten in ein Elendsviertel von Rio de Janeiro eingerückt. Die Aktion ist Teil des Befriedungs“-Programms, mit dem die Regierung vor der WM und den Olympischen Spielen 2016 für mehr Sicherheit sorgen will.

Die Sicherheitskräfte fuhren mit gepanzerten Fahrzeugen der Marine in das Viertel Mare in der Nähe des Flughafens der Millionenmetropole. In den kommenden Tagen sollen Soldaten dort auf Patrouille gehen. In den 15 Slums an der Hauptstraße zum Flughafen Rios leben rund 130.000 Menschen. Die Sicherheitskräfte wollen eventuell eine ständige Dienststelle in Mare einrichten.

Mare ist seit Jahrzehnten weitgehend unter Kontrolle von Drogenbanden. In den vergangenen Monaten hatten sie verstärkt die vor der WM eingerichteten 37 Polizeiposten in anderen Slums angegriffen.

Bereits sieben Arbeiter gestorben

Im Stadion für das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft in São Paulo kam am Samstag ein Arbeiter ums Leben. Der 23-jährige Mann sei nach einem Sturz aus acht Metern Höhe seinen schweren Kopfverletzungen erlegen, teilte das Krankenhaus Santa Marcelina mit.

Brasilien liegt mit der Fertigstellung der meisten der zwölf WM-Arenen zeitlich im Rückstand. Das Stadion in São Paulo soll nach den mehrfach revidierten Planungen Mitte Mai fertiggestellt sein. Das Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien soll am 12. Juni stattfinden. In derselben Arena waren vor vier Monaten zwei Männer ums Leben gekommen, als ein Baukran einstürzte.

Insgesamt verunglückten bei den Stadien-Bauarbeiten für die WM bisher sieben Menschen tödlich. Ein weiterer Mann starb bei der Arbeit an einem Herzinfarkt.

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