Wie sich El Niño auf Landwirtschaft und Ernährungssicherheit auswirkt

El Niño
Foto: Ministerio de Defensa del Perú via flickr
CC BY 2.0

(Lima, 29. September 2026, Servindi).- Die Andenregion wird aufgrund des El-Niño-Phänomens einen Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion erleben, warnt der Experte Milcíades Ruiz. Die Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten würden die Ernten zerstören und die Situation verschlimmern. „Wir stehen gerade erst am Anfang der Aussaat für die Saison 2026–2027, und schon wird ein Rückgang des landwirtschaftlichen Wachstums prognostiziert. Das Angebot an Lebensmitteln und industriellen Vorprodukten aus der Landwirtschaft wird zurückgehen. Das wird die Preise und Kosten in die Höhe treiben und Inflation verursachen“, betont Ruiz.

 

Wassermangel und Überschwemmungen

Der multisektorale Ausschuss, der für die Nationale Studie zum El-Niño-Phänomen (ENFEN) zuständig ist, sagt voraus, dass an der Küste ab November überdurchschnittliche Niederschläge zu erwarten sind, in der südlichen Andenregion und im Amazonasgebiet dagegen geringe Niederschläge und die Gefahr eines Wassermangels herrschen werden. Die Wasserknappheit aufgrund von unterdurchschnittlichen Niederschlägen werde sich auf die Verfügbarkeit von Wasser für den Verbrauch, die Landwirtschaft, die Viehzucht und die Energieerzeugung auswirken, so Kapitän Jacobo Morote, Vertreter der peruanischen Marine, mit Bezug auf die ENFEN-Berichte. Dieser Wassermangel wird sich auch auf die Agrar- und Viehwirtschaft auswirken. Milcíades Ruiz bezeichnete die Prognosen der peruanischen Zentralbank (BCRP) als zu optimistisch. Es sei mit einem Rückgang von 30,7 Prozent im Fischereisektor und mehr als 1,5 Prozent im Agrarsektor zu rechnen. „Diese Situation betrifft mehr als zwei Millionen Familien, die auf dem Land arbeiten, ohne Löhne, Prämien oder Sozialleistungen zu erhalten (…). Ihr Einkommen und ihre Nahrungsmittel sichern sie aus dem Anbau und der Viehzucht, wenn die klimatischen Bedingungen günstig sind, doch nun besteht Gefahr“, meint Ruiz. Der Nationale Dienst für Meteorologie und Hydrologie Perus (Senamhi) hat bereits den vorzeitigen Beginn der Regenzeit an der Nordküste bestätigt, wobei sich die Niederschläge zunächst auf den Bereich zwischen Tumbes und Piura konzentrieren werden. Grinia Ávalos, Leiterin des Senamhi, warnte, dass das Land im Sommer auf ein „außergewöhnliches El Niño“ von starker Intensität zusteuert. Den Prognosen für Dezember, Januar, Februar und März zufolge könnten die Niederschläge die üblichen Werte deutlich übersteigen. Während an der Küste jedoch eine hohe Niederschlagswahrscheinlichkeit besteht, müssten die südliche Andenregion und der Regenwald mit einem Niederschlagsdefizit rechnen, was negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Versorgung haben und zu einem Preisanstieg führen könnte.

Preisanstieg bei Lebensmitteln

In Haushalten mit geringerem Einkommen kann jeder Preisanstieg dazu zwingen, mit weniger Nahrungsmitteln auszukommen, Eiweiß durch günstigere Produkte zu ersetzen oder die Anzahl der täglichen Mahlzeiten zu begrenzen. Ávalos warnte zudem vor möglichen logistischen Schwierigkeiten, d. h. bei den Verkehrswegen, die beschädigt oder unterbrochen werden könnten, was den Transport von Lebensmitteln aus den Regionen in die Hauptstadt erschweren würde. Lena Savelli, Regionaldirektorin des Welternährungsprogramms, wies darauf hin, dass Lateinamerika und die Karibik zu den am stärksten betroffenen Regionen gehören würden.  In Peru besteht das Risiko, dass extreme Regenfälle, Überschwemmungen und Erdrutsche die die landwirtschaftliche Produktion beeinträchtigen könnten. Die Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten würden die Ernten zerstören und die Situation verschlimmern. „Wir stehen gerade erst am Anfang der Aussaat für die Saison 2026–2027, und schon wird ein Rückgang des landwirtschaftlichen Wachstums prognostiziert. Das Angebot an Lebensmitteln und industriellen Vorprodukten aus der Landwirtschaft wird zurückgehen. Das wird die Preise und Kosten in die Höhe treiben und Inflation verursachen“, betont Ruiz. „Diese Situation betrifft mehr als zwei Millionen Familien, die auf dem Land arbeiten, ohne Löhne, Prämien oder Sozialleistungen zu erhalten (…). Ihr Einkommen und ihre Nahrungsmittel sichern sie aus dem Anbau und der Viehzucht, wenn die klimatischen Bedingungen günstig sind, doch nun besteht Gefahr“, meint Ruiz. Die Plattform für Ernährungssicherheit in Peru schlägt vor, Maßnahmen gegen Verluste in der Landwirtschaft zu intensivieren, die Wasserinfrastruktur und Bewässerungssysteme zu sichern, frühzeitig alternative Versorgungswege zu identifizieren und die Preise der wichtigsten Lebensmittel zu überwachen.

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