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(Brasilia, 10. August 2026, ladiaria).- Das neue Regierungsprogramm des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva sieht vor, eine spezifische Politik für kritische Mineralien und Seltene Erden zu entwickeln, um so die Abhängigkeit von anderen Ländern weiter zu verringern. Brasilien verfügt weltweit über die zweitgrößten Reserven an Seltenen Erden.
Regierung Lula möchte die Verarbeitung im Inland stimulieren
Laut regierungsnahen Quellen, die mit der Zeitung Folha de São Paulo gesprochen haben, will sich Brasilien vom reinen Mineralienexporteur hin zum Produzenten von Geräten und Produkten wie Batterien und Motoren entwickeln. Wie die für diesen Teil des Regierungsprogramms Verantwortlichen erklärten, ist die Prämisse, das von der aktuellen Regierung Erreichte beizubehalten und ein Signal zu senden, dass die Unternehmen in Brasilien selbst produzieren können und sollen. Dafür möchte die Regierung die interne Nachfrage stimulieren, um die brasilianische Produktionskette zu stärken. Ein Beispiel ist die Bekanntgabe der ersten Ausschreibung für Batterien, die in diesem Jahr starten soll. Obwohl Lulas Regierungsprogramm die technische Nutzung der kritischen Mineralien verteidigt, werden die Seltenen Erden nur ein einziges Mal in dem mehr als 80 Seiten umfassenden Dokument genannt. „Wir werden eine spezifische Politik für kritische Mineralien und Seltene Erden entwickeln, die es ermöglicht, ihre Produktionsketten aufzubauen, ihre technologischen Verwendungsmöglichkeiten zu differenzieren und den reinen Export der strategischen Rohstoffe zu vermeiden“, heißt es in dem programmatischen Text.
Seltene Erden sollen Wettbewerbsfähigkeit sichern
Die Fortschritte der anderen Länder, die ein Auge auf Brasiliens Seltene Erden geworfen haben, bleiben unerwähnt, dennoch wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, die internationale Einbindung der brasilianische Wirtschaft zu verbessern, um eine höhere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den anderen Staaten zu gewährleisten.
Seltene Erden sind essenziell für die Herstellung mancher Bestandteiler hochentwickelter Waffen. In Brasilien werden für sie jedoch vorrangig für die Herstellung von Motoren für Elektroautos und für Windkraftanlagen verwendet; außerdem werden sie für elementare Bauteile von Technologien für die Energiewende benötigt. Nach Angaben von Agência Pública wurden die Seltenerd-Bergbauunternehmen dafür in Programme der Brasilianischen Entwicklungsbank und der Bundesregierung aufgenommen, wie beispielsweise die Brasilianische Plattform für Klimainvestitionen und ökologische Transformation (BIP), die den Aufbau einer brasilianischen Produktionskette zur Dekarbonisierung der Wirtschaft fördern sollen.
USA sichern sich 100 Prozent Produktionsausstoß von Serra Verde
Allerdings sind genau diese Bergbauunternehmen seit einiger Zeit im Visier des US-Verteidigungsministeriums, insbesondere Serra Verde, das ein Konzentrat aus Seltenerdmetallen herstellt. Serra Verde – das einzige Bergbauunternehmen, das sich in Brasilien ausschließlich der kommerziellen Gewinnung von Seltenen Erden widmet –gab im April dieses Jahres seine Übernahme durch das amerikanische Unternehmen USA Rare Earth sowie den Abschluss eines Vertrages bekannt gegeben, mit dem es sich verpflichtet, 15 Jahre lang 100 Prozent seiner Produktion an eine „Zweckgesellschaft“ zu liefern. Diese Firma wurde nicht näher bezeichnet, wird aber von Regierungsbehörden der USA und privaten Investoren finanziert. CNN zufolge werden die Verhandlungen zwischen den beiden Unternehmen Ende August abgeschlossen sein. Das brasilianische Unternehmens vermied, darauf zu antworten, für welche Produkte die von ihm geförderten Seltenen Erden verwendet werden sollen. Die Antwort gab Barbara Humpton, Geschäftsführerin von USA Rare Earth, als sie in einem Interview mit Fox Business Network bestätigte, dass der Erwerb der Produktion von Serra Verde durch die „Zweckgesellschaft“ es den USA erlauben würde, Zugang zu Rohstoffen für die Rüstungsindustrie zu bekommen. „Serra Verde ist der einzige Produzent von schweren Seltenen Erden außerhalb Asiens und verfügt über die vier magnetischen Seltenerdmetalle“, erklärte Humpton. „Die brillante Initiative der US-Regierung bestand darin, eine Zweckgesellschaft zu gründen – mit der Unterstützung verschiedener Regierungsbehörden und privater Investoren – um einen Vertrag über den Kauf von 100 Prozent der Produktion über 15 Jahre zu gewährleisten und uns somit den Zugang zu den nötigen Materialien für unsere Wirtschaft und unsere Verteidigung zu garantieren“, fügte die Geschäftsführerin hinzu.
Übersetzung: Christa Röpstorff
Seltenen Erden: Wertschöpfung statt reiner Rohstoffexport von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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