Lula will Seltene-Erden-Geschäft mit US-Unternehmen rückgängig machen

Seltene Erden
Präsident Lula da Silva
Foto: Mídia NINJA via IPSI
CC BY-NC 4.0

(Brasilia, 26. August 2026, la diaria).- Die brasilianische Regierung unter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist gegen den Abbau von Seltenen Erden in Minaçu im Norden des brasilianischen Bundesstaates Goiás durch die amerikanische Firma USA Rare Earth. Serra Verde, das einzige brasilianische Unternehmen dieser Branche, hatte vor einigen Wochen die Beteiligung des US-amerikanischen Bergbau-Unternehmens mitgeteilt. Die brasilianischen Rohstoffvorkommen sollen also künftig Materialien für Washingtons Rüstungsindustrie liefern wird.

100 Prozent Ertrag für die USA

Der Hauptkritikpunkt der Regierung besteht darin, dass die Lieferung von 100 Prozent der anfänglichen Produktion in die Vereinigte Staaten vorgesehen ist, wo sie nach Aussage von Unternehmensvertretern als Rohstoffe an die Rüstungsindustrie gehen sollen. Wie der Sender Globo berichtete, sieht die Vereinbarung zwischen den beiden Unternehmen vor, ihre Geschäftsaktivitäten zu kombinieren und eine komplette Produktionskette für Magnete zu schaffen, die vom Abbau der Mineralien bis zur Fertigung reichen soll. Der Abschluss der Vereinbarung hängt von der Zustimmung der Aktionäre ab.

Noch keine nationale Politik hinsichtlich kritischer Rohstoffe

Mitgliedern der brasilianischen Bundesregierung zufolge ist man dabei, eine Strategie auszuarbeiten, um den von den Firmen in Goiás unterzeichneten Vertrag über den Abbau rückgängig zu machen. Nach Ansicht von Präsident Lulas Gesprächspartnern sind die Bodenschätze Bundeseigentum, weil sie sich unter der Erde befinden. Es wird die Meinung vertreten, dass nach der Verabschiedung eines neuen Gesetzes für diesen Sektor die Vereinbarung revidiert werden könnte, weil das Unternehmen kein Recht auf den Abbau dieser staatlichen Bodenschätze erworben habe. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es in Brasilien noch keine nationale Politik hinsichtlich kritischer Mineralien. Ein Vorschlag zu diesem Thema wurde im Mai vom Abgeordnetenhaus angenommen und liegt derzeit dem Bundessenat zur Begutachtung vor. Am 26. August traf sich der Senatspräsident Davi Alcolumbre, Mitglied der Mitte-Rechts-Partei União, mit Lula. Im Anschluss kündigte er an, dass das Projekt in der folgenden Woche zur Abstimmung gestellt würde. Der Vorschlag sieht die Schaffung eines Nationalen Rates für die Industrialisierung kritischer und strategischer Mineralien vor, der an das Präsidentenamt angegliedert sein soll, wie das Nachrichtenportal Brasil 247 schreibt. Die Behörde soll Richtlinien für den Sektor aufstellen und Bergbauprojekte im Land genehmigen.

Nationale Investitionen: ja, Seltene-Erden-Export: nein

Falls sich die Annahme des Vorschlags im Kongress verzögern sollte, kann sich der Rat nicht kurzfristig konstituieren. In diesem Fall erwägen Regierungsmitglieder die Möglichkeit, den Rechtsweg zu beschreiten, um den Abbau der Seltenen Erden durch das US-amerikanische Unternehmen anzufechten. Das Aufstellen von Regeln für den Abbau Seltener Erden und kritischer Mineralien gehört zu den Prioritäten von Lulas Regierung. Verschiedene amtierende Minister aus dem Kabinett des Präsidenten treten für die Förderung privater nationaler Investitionen ein; ausländisches Kapital ist willkommen, solange die Mineralien auf brasilianischem Boden weiterverarbeitet werden. Der Vorschlag sieht vor, dass die Bodenschätze durch neu zu schaffende Industrie zu Produkten der Spitzentechnologie verarbeitet werden, wie zum Beispiel Chips, Batterien und Ausrüstung für die nationale Verteidigung.

Übersetzung: Christa Röpstorff

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