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(Buenos Aires, 26. Mai, Prensa Latina).– Das Vertrauen der Argentinier*innen in Präsident Javier Milei ist im letzten halben Jahr kontinuierlich gesunken, während das Ansehen des Oppositionsführers Axel Kicillof steigt. Die private Universität Torcuato Di Tella (UTDT) misst einmal pro Monat das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Regierung. Der so erstellte Index lag im Mai bei nur 1,99 Punkten (von fünf), was den sechsten Rückgang in Folge seit Dezember letzten Jahres bedeutet. Die Universität ermittelte einen Rückgang von 19,2 Prozent im ersten Halbjahr sowie einen Rückgang von 18,7 Prozentpunkten im Jahresvergleich. Nach 30 Monaten Amtszeit ist es um das Vertrauen in die Regierung etwa genauso schlecht bestellt wie nach 30 Monaten der Regierung Macri, der im folgenden Jahr die Wahlen verlor.
Das Problem liegt in der Wirtschaft
Das Problem liegt in der Wirtschaft. Eine große Mehrheit lehnt die Wirtschaftspolitik der Milei-Regierung ab, die die Bevölkerung in eine Krise gestürzt hat: Mehr als 24.200 Unternehmen sind in zweieinhalb Jahren verschwunden, es gibt Arbeitsplatzverluste, sinkende Familieneinkommen und einen stetigen Rückgang des Konsums. Die Umfrage zeigt, dass das peronistische Wirtschaftsmodell mit 46,5 Prozent der Präferenzen weiterhin eine größere kulturelle und soziale Anhängerschaft hat, gegenüber den 36 Prozent, die das Programm von Milei unterstützen.
Geringe Zuwachschancen für Milei
Eine vom Meinungsforschungsinstitut CEOP Latam Mitte dieses Monats durchgeführte Umfrage von zeichnet ein Bild der politischen und gesellschaftlichen Lage in Argentinien: Ein Jahr vor den Wahlen zeichnet sich eine Tendenz zu extremer Polarisierung ab; dabei stehen die Chancen für Axel Kicillof, neue Stimmen zu gewinnen, besser als für Präsident Milei, dessen Image sich stetig verschlechtert. Beide Politiker behalten zwar die Stimmen ihrer Kernwählerschaft, was auf ein so genanntes „technisches Unentschieden hinauslaufen würde: Kicillof, der Gouverneur der Provinz Buenos Aires kann mit 30,3 Prozent Unterstützung durch seine treueste Anhängerschaft rechnen und Milei mit 29,9 Prozent. Rechnet man nun die Stimmen hinzu, die ihm die unabhängigen Wähler geben würden, liegt der Vorsitzende der Bewegung „Recht auf Zukunft“ mit 45,8 Prozent vor dem amtierenden Gouverneur, der nur 6,9 Prozent hinzubekommen und damit eine Stimmenobergrenze von 36,8 Prozent erreichen würde. Damit hätte der Gouverneur von Buenos Aires konkrete Chancen auf einen Sieg im ersten Wahlgang. Der CEOP Latam-Bericht legt dar, dass die Zuwachsmöglichkeiten der Politik von Javier Milei aus rein ideologischer Sicht offenbar an eine strukturelle Grenze gestoßen sind. Potentieller Stimmenzugewinn beschränkt sich bei Milei fast ausschließlich auf die Rechte und, in geringem Maße, auf die Mitte-Rechts-Wähler*innen, während Kicillof zunehmend Anhänger aus der Mitte bis zur Linken für sich gewinnt.
Vertrauen in den argentinischen Präsidenten Milei sinkt weiter von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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