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(São Paulo, 9. Mai 2026, Brasil de Fato).- Im Juli 2025 hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO Brasilien von der globalen Hungerkarte gestrichen, doch nicht in allen Bereichen der Gesellschaft ist Ernährungsunsicherheit Geschichte. Am stärksten leidet die schwarze Bevölkerung unter dem unzureichenden Zugang zu Lebensmitteln und angemessener Ernährung. Das zeigt eine Studie von Fian Brasil, die nun in dem Buch „As faces da desigualdade“ (Die Gesichter der Ungleichheit) erschienen ist. Die Untersuchung den Zeitraum vor der Pandemie, die Pandemie selbst und die Jahre der Regierung Jair Bolsonaro berücksichtigt kommt zu dem Schluss, dass sich in Haushalten, die von Schwarzen und Frauen geführt werden, die Lage zwischen 2021 bis 2023 verbessert hat, sie belegt aber auch, dass Rassismus und Sexismus die Ernährungssicherheit negativ beeinflussen.
Was ist eigentlich Nahrung?
Veruska Prado, Mitautorin und Mitherausgeberin der Studie, erklärte in einem Interview mit Brasil de Fato, die Wiedereinführung der Sozialprogramme von Lula habe insgesamt eine Verbesserung gebracht haben und der Zugang zu Lebensmitteln in den Haushalten in Brasilien derzeit sogar besser sei als 2017 und 2018. Die Studie fördert jedoch noch einige andere interessante Ergebnisse zutage: „Wenn wir das Geschlecht und ethnischen Zugehörigkeit hinzuziehen oder beide Faktoren gar miteinander kombinieren, kommt heraus, dass Haushalte mit einem weißen männlichen Haushaltsvorstand eine Ernährungssicherheit von 84 Prozent aufweisen, in Haushalten, die von einer Schwarzen Frau geführt wird, liegt die Ernährungssicherheit bei 61,4 Prozent; das ist immerhin ein Viertel weniger. „Ein eklatanter Unterschied und kein neues Phänomen. Wir müssen verstehen, warum das immer noch so ist“, betont Prado. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Informationslücke zum Konsum hochverarbeiteter Produkte und deren Bedeutung für die sogenannte globale Syndemie aus Fettleibigkeit, Unterernährung und Klimawandel. Innerhalb der Ernährungswissenschaft wird derzeit sogar darüber diskutiert, ob hochverarbeitete Produkte überhaupt als Lebensmittel bezeichnet werden kann. Dazu Prado: „Es handelt sich um Produkte, deren Zusammensetzung sehr gemischt ist; man findet einige Bestandteile, die einst Lebensmittel waren, denen aber viele Chemikalien zugesetzt wurden“.
…und was ist Ernährungssicherheit?
„Wenn wir von Ernährungsunsicherheit sprechen, meinen wir damit verschiedene Aspekte. Ein Aspekt ist die Einschätzung des Familienoberhaupts, dass das Geld nicht ausreichen wird, um bis zum Monatsende Lebensmittel zu kaufen, und man beginnt, beim Einkauf eher darauf zu achten, was satt macht, als auf die Qualität der Lebensmittel im Vordergrund steht“, so die Forscherin.
Rassismus und Sexismus begünstigen Ernährungsunsicherheit von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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