
Foto: Manuel Balarezo via wikimedia
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(Bogotá, 12. August 2026, la jornada).- Die Stunden seit dem Erdbeben der Stärke 7,4 vergehen, und die Zahl der Todesopfer steigt: Mindestens 240 Menschen sind tot; zudem werden rund dreitausend Verletzte, Vermisste und erhebliche Sachschäden gemeldet.
Präsident bittet um Geduld
Die kolumbianische Regierung hat den sozialen und wirtschaftlichen Notstand ausgerufen. In der betroffenen Region herrschten am Dienstag Unsicherheit und Chaos, die Beseitigung der Trümmer verläuft schleppend, und die Hilfsgüter treffen nur spärlich ein, da die meisten Straßen nicht befahrbar sind oder durch Erdrutsche blockiert werden. Auch die Organisation bei der Bewältigung der Katastrophe läuft bisher nicht gut. So hat die Regierung noch immer keinen Verantwortlichen für die Nationale Einheit für Risiko- und Katastrophenmanagement (UNGRD) ernannt. Abgeordnete des „Pacto Histórico“ sehen als Grund für die mangelnde Koordination die „Verweigerung der Amtsübergabe“ (Präsident Abelardo de la Espriella hatte es abgelehnt, sich mit dem ehemaligen Präsidenten Gustavo Petro zu treffen, um den Übergang zu koordinieren). Dazu forderten sie mehr Unterstützung für die Bewohner*innen der Pazifikküste; Ex-Präsident Petro schlug vor, das Krankenhausschiff „Benkos Biojó“ einzusetzen, um den Betroffenen zu helfen. „Habt ein wenig Geduld, wir arbeiten mit Hochdruck daran, diese Tragödie zu bewältigen, ich werde euch nicht im Stich lassen“, erklärte Präsident Abelardo de la Espriella nach einem Blitzbesuch den Straßen von Pereira.
Asocapitales, der nichtstaatliche Verband der größten Städte in Kolumbien, sprach vor wenigen Stunden noch von 224 Todesopfern, rund 120 in Cali im Valle del Cauca und etwa 100 in Pereira in Risaralda, mittlerweile wird von über 240 Toten ausgegangen, und sicher werden es noch viele mehr, sobald die Trümmer beseitigt sind.
… und sichert Unterstützung zu
In beiden Städten versuchen Hilfskräfte, Menschen aus den Trümmern zu retten; fast hundert Gebäude wurden bei dem Erdbeben zum Einsturz gebracht. Die Zahl von 188 Vermissten in Cali bleibt laut Angaben von Präsident De La Espriella weiterhin aktuell. Das Departement Chocó bittet dringend um Hilfe; mehrere Gemeinden, darunter El Cairo und San José del Palmar, das Epizentrum des Erdbebens, liegen laut Berichten der Anwohner*innen vollständig in Trümmern, wie regionale Medien berichteten. Der kolumbianische Präsident sicherte bei einem weiteren kurzen Besuch in Manizales finanzielle Hilfe für Menschen zu, die ihr Zuhause verloren haben: „An erster Stelle steht die Frage der Unterbringung. Sobald wir diese Situation geklärt haben, werden wir mit dem Wiederaufbau der Häuser beginnen. Aber zunächst müssen die Menschen, die heute kein Zuhause haben, einen Ort finden, an dem sie unterkommen können“, erklärte er. Er kündigte staatliche Hilfen an, um die Kosten für Versorgungsleistungen im gesamten vom Erdbeben betroffenen Gebiet „mindestens drei Monate lang“ zu subventionieren.
…lehnt aber „internationale Hilfe“ ab
Obwohl die Zeit drängt, hat der Präsident beschlossen, keine Rettungskräfte von außerhalb anzufordern und auch sonst keine humanitäre Hilfe aus anderen Ländern anzunehmen, wie einige lokale Journalist*innen berichten. Bestätigt wird die Mitteilung vom salvadorianischen Präsidenten Nayib Bukele. Auf dessen X-Account heißt es, die kolumbianische Regierung lehne internationale Unterstützung vorerst ab und bitte ausschließlich um finanzielle Hilfe zur Versorgung der betroffenen Familien. „Nach unserem Kenntnisstand sind örtliche Rettungsstaffeln, Ärzte und weitere Hilfskräfte bereits im Einsatz, so dass zum jetzigen Zeitpunkt keine personelle Unterstützung benötigt wird“, wusste Bukele zu berichten. Rund zwei Millionen Kolumbianer*innen, die direkt vom Erdbeben betroffen sind, warten weiterhin auf die Entscheidungen der Regierung des rechtsextremen Abelardo de la Espriella.
Wie die US-Botschaft in Kolumbien mitteilte, haben die USA schon mal 15 Millionen Dollar gespendet. Der russische Präsident Wladimir Putin und König Felipe von Spanien sandten Solidaritätsbekundungen.
Erdbeben: Zunehmend Kritik an De la Espriella von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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