Hasta siempre Sara Peretti

Sara Peretti, gestorben 2018. Foto: ANRed

(Buenos Aires, 17. April 2018, anred).- Sara Peretti, eine der Mütter der Plaza de Mayo im Verwaltungsbezirk Lomas de Zamora, ist von uns gegangen. Voller Stolz sprach sie von ihrem Sohn. Sie erklärte, die politisch aktiven Jugendlichen wüssten genau, was sie wollten, sie seien sich der Gefahr bewusst gewesen und hätten ihr Leben für ihre Überzeugung gegeben. Sara klapperte Polizeiwachen und Kasernen ab; zusammen mit anderen Müttern, deren Kinder ebenfalls verschwunden waren, nahm sie an Protestmärschen und Anfragen an offizielle Stellen teil. Immer wieder lief sie die Straßen ab, die ihr Sohn „Minito“ gegangen war.

Du bist wie das Meer.
Gut, wenn man auf Dich schaut
gefährlich an grauen, trüben Tagen
hart und stark

Nie war es für Dich wichtig
an erster Stelle zu sein
und nie ging es Dir
vorrangig um den eigenen Respekt.
Nie wolltest Du einfach
nur Dich allein retten
denn – so sagtest Du – es gibt keine Rettung, wenn sie nicht für alle gilt.

Im Jahr 2012 führte sie die Kampagne „Fuera Magallanes ya!!“ [„Magallanes raus!“] an, als sie erfuhr, dass Raúl Magallanes, Polizeischerge der Diktatur, das Amt des Schulratspräsidenten übernehmen sollte: „Als ich gehört habe, dass dieser Mann ins Bildungsministerium aufgenommen werden soll, bin ich aufgewacht. Ich habe mir gesagt: ‚Das kann ich nicht zulassen‘, und habe angefangen, meine Geschichte zu erzählen. Ich kannte ihn nämlich gut, 1975 und `76 habe ich ihn oft bedient, wenn er ins Restaurant La Rueda kam, wo ich als Köchin arbeitete. Er war sehr jung, kam oft in die Küche, und ich machte ihm seine Bratkartoffeln.“

1978 gefesselt und geknebelt

Und weiter erzählte sie: „Raúl Magallanes hat mich 1978 hochgenommen, zusammen mit einer Task Force, der auch Ponce und Bustos angehörten. Sie fuhren mit zwei grünen Ford Falcons vor und waren mit Gewehren bewaffnet. […] Er selbst hat mir die Hände mit Handschellen auf dem Rücken gefesselt, mich geknebelt und zum 1. Kommissariat in Lomas gebracht, wo sie mich bis vier Uhr morgens festhielten. Von dort aus brachten sie mich nach La Tablada. Den Weg kannte ich auswendig, weil man mir erzählt hatte, dass sie meinen Sohn dort geschnappt hatten, deshalb war ich diese Straße in den letzten zwei Jahren hunderte Male gegangen. Am Nachmittag musste ich dann eine Treppe hochgehen, immer noch gefesselt und geknebelt, und dann wurde ich von einem Oberstleutnant verhört. Ich habe alles abgestritten, und dann haben sie mich zurück auf die Wache in Bánfield gebracht“.

Als Reaktion auf den mehrmonatigen Protest verzichtete Magallanes schließlich auf das Amt.

Sara arbeitete weiter mit am Aufbau der kollektiven Erinnerung. Am 16. April ist sie eingeschlafen. “Jetzt sieht sie endlich Minito wieder”, so ihre Tochter Mónica.

CC BY-SA 4.0 Hasta siempre Sara Peretti von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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