Misshandlungen gegen angehende Polizistinnen

(Guatemala-Stadt, 30. August 2010, cerigua).- Die Bestrebungen von etwa einhundert Frauen, die bereit sind, ihr Leben für ihr Land zu geben, sind von Misshandlungen und frauenfeindlichen Äußerungen seitens ihrer Kollegen und Vorgesetzten in der Akademie der Nationalen Zivilpolizei (PNC) bedroht.

Dina Fernández erklärte in einer ihrer zweiwöchentlich erscheinenden Kolumne in der Tageszeitung elPeriódico, dass die Misshandlungen in dieser Institution aus einen Handbuch für Misogynie entnommen sein könnten – besessen von dem Vergnügen, die jungen Frauen zu erniedrigen. Laut der Kolumne müssen sich die Frauen vor ihren Kollegen entkleiden, werden in Nebengebäuden sexuell missbraucht und gezwungen abzutreiben, wenn bei einer von ihnen eine Schwangerschaft festgestellt wird. Jeden Monat veranlassen die Vorgesetzten einen Schwangerschaftstest. Die Abtreibungen finden unter unhygienischen Bedingungen statt, so dass bereits mehrere der Frauen Schäden davongetragen haben und unfruchtbar bleiben, fügte Fernández hinzu.

Nachdem diese Schikanen an die Öffentlichkeit drangen, jagte die polizeiliche Führungselite den Polizeischülerinnen eine solche Angst ein, dass die Mehrheit von ihnen ihre Anzeigen zurückzogen und nur zwei ihre Aussagen bestätigt haben, betonte Fernández. Sie zitierte aus einer kürzlich erarbeiteten Studie der Verteidigerin der Frau des Büros des Menschenrechtsombudsmanns Defem/PDH (Defensoría de la Mujer de la Procuraduría de los Derechos Humanos). Grundlage der Studie sind Interviews mit 138 angehenden Polizistinnen, die diese Verbrechen meldeten.

In ihrer Kolumne stellt Fernandez klar, dass die Führungen des Innenministeriums und der Staatsanwaltschaft, letztere gegenwärtig von einer Frau geleitet, die Ergebnisse der Untersuchung ernst nehmen müssten, wenn sie auch nur einen Funken Menschlichkeit und Bewusstsein in sich tragen. Sie müssten die notwendigen Ermittlungen einleiten und Initiative ergreifen um sicherzustellen, dass sich die Situation in der Ausbildungsstätte grundlegend ändert.

Wie kann man erwarten, fragte die Kolumnistin abschließend, dass ein Polizist in einem Ernstfall häuslicher Gewalt angemessen handelt, wenn er innerhalb der Ausbildung in der PNC Zeuge von fortgesetzten und ungeahndeten Misshandlungen seiner Vorgesetzten gegen Polizeischülerinnen war?

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