Frauenmorde bleiben alltäglich

feminicidio. Foto: Cimac/Cesar Martinez Lopez(Mexiko-Stadt, 13. September 2013, cimac).- Zwischen 2009 und 2011 galt El Salvador als das Land mit der höchsten Rate an Frauenmorden weltweit: Nach Angaben des Verbands JASS (Just Associates) wurde in dem mittelamerikanischen Staat alle zehn Stunden eine Frau umgebracht. Die Ergebnisse wurden im August in einem Bericht mit dem Titel: „Analyse 2012: Gewalt gegen Menschenrechtsverteidigerinnen in Mittelamerika“ veröffentlicht.

Zwar sei die Zahl der Frauenmorde 2012 im Vergleich zum Vorjahr von 628 auf 329 zurückgegangen, auf 100.000 Frauen kämen jedoch immer noch 12 Ermordungen, damit liege El Salvador immer noch zwei Punkte über dem internationalen Standard, ab dem eine solche Situation als “Pandemie” bezeichnet werde. Die Lage sei also nach wie von alarmierend, so der Bericht.

Straflosigkeit bei fast 100 Prozent

Nach Angaben der Ombudstelle zur Verteidigung der Menschenrechte in dem mittelamerikanischen Land wurden von den 3.624 Morden an Frauen, die zwischen 2001 und 2010 verübt wurden, ganze 22 strafrechtlich verfolgt, die Quote der Straflosigkeit liegt damit bei 99,94 Prozent. Menschenrechtsaktivistinnen seien zudem einem doppelten Risiko ausgesetzt, nämlich aufgrund ihrer Arbeit und aufgrund ihres Geschlechts. Allein 2012 gab es 51 Angriffe auf Aktivistinnen. 20 der angegriffenen Frauen arbeiten zu allgemeinen Menschenrechtsthemen, sechs zu Arbeitsrecht, 13 engagieren sich gegen Gewalt, und zwölf Angriffe richteten sich gegen Frauen, die sich für die politischen Rechte von Frauen einsetzen. Die Mitverantwortung für die Übergriffe liegt laut dem Bericht bei den Bezirksbehörden (in 19 Fällen), den kommunalen Einrichtungen (13) sowie den politischen Parteien (in 16 Fällen).

Obwohl zum ersten Januar 2012 ein Gesetz für ein gewaltfreies Leben von Frauen (“Ley Especial Integral para una Vida Libre de Violencia para las Mujeres”) in Kraft trat, sei die Zahl der Frauenmorde nicht zurückgegangen, die Zahl der Anzeigen wegen häuslicher Gewalt und sexueller Übergriffe seien hingegen gestiegen, letztere sogar um 45 Prozent. In der ersten Hälfte des Jahres 2013 registrierte die Policia Nacional Civil einhundert Morde an Frauen.

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