Mehr Schwangerschaften bei Mädchen als Folge sexuellen Missbrauchs

Schwangere nelo CC BY-NC-SA 2.0 Flickr(Lima, 31. August 2012, semlac).- Die Zahl der Mädchen und jungen Frauen, die Guatemalas Gebärsäle füllen, ist angestiegen. Ein wichtiger Grund für diese Entwicklung ist neben fehlender Verhütung auch sexueller Missbrauch. In den letzten drei Jahren wurden, laut einer Untersuchung des Gesundheitsministeriums und des Sozialamtes, 40.000 Schwangerschaftsfälle bei Minderjährigen registriert.

 

Auch wenn 67 Prozent dieser Schwangerschaften auf fehlende sexuelle Aufklärung zurückzuführen sind, so ist es höchst beunruhigend, dass es sich bei 30 Prozent der Fälle um sexuellen Missbrauch zu Hause, in der Nachbarschaft oder Schule handelt, so Mirna Montenegro, Direktorin des Obervatoriums für Sexuelle und Reproduktive Gesundheit OSAR (Observatorio de Salud Sexual y Reproductiva).

40.742 Geburten als Folge sexuellen Missbrauchs

Noch schlimmer ist es, wenn diese sexuelle Gewalt durch den Vater, einen Bruder, einen Onkel oder einen Bekannten begangen wird, wie es in der Mehrzahl der Fälle, die von der in diesem Themenbereich spezialisierten Literatur beschrieben wird.

Die Statistik zeigt, dass sowohl sexueller Missbrauch als auch anderweitig bedingte Schwangerschaft bei Minderjährigen dazu beigetragen haben, dass in den letzten drei Jahren 135.808 Kinder geboren wurden, deren Mütter zwischen zehn und siebzehn Jahren alt waren. Aus dieser Gruppe hatten 40.742 Mädchen ein Kind als Folge sexuellen Missbrauchs.

Sexuelle Aufklärung dringend nötig

Ärzte wie Guillermo Ordóñez erklärten gegenüber SEMlac, dass in Guatemala dringend Maßnahmen der sexuellen Aufklärung vonnöten sind. Dies wird von den Ergebnissen einer 2008 durchgeführten Studie der medizinwissenschaftlichen Fakultät der Universität von San Carlos bestätigt.

Ausgehend von diesen Untersuchungen ist die Situation dieser Mädchen mehr als beunruhigend. 40 Prozent von ihnen, die zwischen zehn und siebzehn Jahren ein Kind zur Welt brachten, waren alleinerziehende Mütter, 60 Prozent besuchten keinen Schulunterricht und 80 Prozent waren im informellen Sektor erwerbstätig.

 

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