Land mit den drittmeisten Fällen von Menschenhandel weltweit

„Nein zum Menschenhandel“ – in vielen Staaten gibt es kostenlose Hotlines, um Fälle von Menschenhandel zu melden / Foto: Secretaría de Derechos Humanos via Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

(Mexiko-Stadt, 24. Mai 2021, La Jornada).- Mexiko gehört zu den Ländern mit den meisten Fällen von Menschenhandel mit dem Zweck der Zwangsbettelei von Minderjährigen und der sexuellen Ausbeutung. Das Land steht weltweit an dritter Stelle, mehr Fälle verzeichnen nur Thailand und Kambodscha.

Angie de Luna, Lateinamerika-Koordinatorin der internationalen Nichtregierungsorganisation A21, berichtet, dass in Mexiko etwa 300.000 Kinder und Jugendliche Opfer von Zwangsarbeit und Kinderpornographie werden, davon 80.000 in Mexiko-Stadt. Die Gewinne dieser illegalen Aktivitäten werden weltweit nur vom Drogen- und Waffenhandel übertroffen. Im Mai hat A21 die Arbeit in Lateinamerika, die hauptsächlich aus Präventionsmaßnahmen bestehen soll, in einer Niederlassung in Mexiko-Stadt begonnen.

In einer Präsentation zu diesem Anlass bemängelte de Luna: „Beim Menschenhandel steht Mexiko weltweit an dritter Stelle. Dazu gehören Kinderpornografie und Zwang zum Betteln. Letzteres macht mehr als 70 Prozent des Menschenhandels im Land aus. Kinder werden gezwungen, zu arbeiten oder auf der Straße um Geld zu betteln. All das folgt einem Muster, es gibt eine Organisation dahinter, die die Fäden zieht.“

Die A21-Verantwortliche für die Region erklärt, dass das Ziel ihrer Arbeit sei es, Kooperationspartnerschaften mit Regierungen und gemeinnützigen Organisationen aufzubauen, die im Kampf gegen den Menschenhandel mit Aufklärungs- und Präventionsprogrammen unterstützt werden sollen.

Coronapandemie erleichtert Täter*innen ihr Vorhaben

De Luna betonte, dass es die Coronapandemie den Täter*innen einfacher macht, Opfer dieses Verbrechens zu erreichen. Laut Unterlagen von A21 wurden während der Coronakrise 1.600 Fälle von mutmaßlichem Menschenhandel über eine landesweite Hotline gemeldet. Die Kontaktaufnahme mit den Opfern geschieht oft durch Technologien wie Internetseiten, Telefonnachrichten oder Videospiele. Gerade letztere ermöglichen eine gewisse Interaktion zwischen Menschenhändler*innen und Kindern und Jugendlichen, den potentiellen Opfern.

Gemeinsam mit dem Bürgerrat für Sicherheit und Gerechtigkeit fordert A21 die Bevölkerung dazu auf, mögliche Fälle von Menschenhandel unter einer dafür vorgesehen Hotline zu melden. Darüber hinaus wurde die Kampagne „Kannst du mich sehen?“ gestartet, die die Bürger*innen mit Nachrichten und Kurzfilmen über die häufigsten Vorgehensweisen informieren soll, damit diese das Verbrechen frühzeitig erkennen, melden und weitere Fälle verhindern können.

CC BY-SA 4.0 Land mit den drittmeisten Fällen von Menschenhandel weltweit von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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