Polizeikommandant nach Journalistenmord verhaftet

Von Philipp Gerber

Der ermordete Journalist Marcos Hernández Bautista. Foto: Educaoaxaca
Der ermordete Journalist Marcos Hernández Bautista. Foto: Educaoaxaca

(Oaxaca, 28. Februar 2016, amerika21).- Im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca ist am 25. Februar ein Polizeikommandant verhaftet und des Mordes an dem Journalisten und Aktivisten Marcos Hernández Bautista angeklagt worden. Wie die Behörden mitteilten, stand der mutmaßliche Mörder, Jorge Armando Santiago Martínez, der Gemeindepolizei von Santiago Jamiltepec vor, einer Küstengemeinde in der Grenzregion zu Guerrero. Ein weiterer in Acapulco verhafteter Polizist soll ebenfalls an dem Verbrechen beteiligt gewesen sein. Die gesamte Lokalpolizei wurde nach der Tat am 21. Januar vom  Dienst suspendiert, in zwei weiteren Mordfällen wurden Verfahren gegen lokale Polizisten eröffnet.

Amado Sanmartín Hernández, der Direktor der auflagenstärksten Lokalzeitung „Noticias – Voz e Imagen de Oaxaca“, für die Hernández als Korrespondent arbeitete, identifiziert sowohl dessen journalistische Tätigkeit wie auch sein lokalpolitisches Engagement als Motiv für den Auftragsmord. Hernández, der sich auch in der neuen Linkspartei Morena engagierte, berichtete kritisch über die Klientel-Politik der Küstenregion, in der laut seinen Recherchen wenige Familien die politische und ökonomische Macht konzentrieren, meist unter dem Logo der PRI, der Partei des mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto.

Außerdem plant die Regierung Peña Nieto in Santiago Jamiltepec den Bau des Wasserkraftwerks Paso de la Reina mit einer 195 Meter hohen Staumauer. Der Baubeginn wird bislang jedoch durch den Widerstand der betroffenen Gemeinden erfolgreich verhindert. Die Bewegung gegen das Staudammprojekt beschreibt das Wirken des Getöteten mit den Worten: „Marcos Hernández war ein Journalist nahe an den Leuten, er hat unseren Kampf zur Verteidigung des Territoriums immer unterstützt, er gab uns eine Stimme in den Medien, begleitete uns bei unseren Mobilisierungen, Feiern, in unserem Leben“. In der Stellungnahme heißt es weiter, es sei bedauerlich, dass „politische und ökonomische Interessengruppen“ in der Region „das Leben in den Gemeinden kontrollieren” wollen. Die Verfasser*innen fordern die umfassende Aufklärung des Verbrechens.

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