Niedrigste Armut seit 30 Jahren

von RT TV-Novosti

pobreza. Foto: Adital(Fortaleza, 28. November 2012, adital).- 168 Millionen Menschen in Lateinamerika sind von Armut betroffen, das sind ca. 30 Prozent der Bevölkerung. Trotz dieser hohen Zahl ist dies der niedrigste Stand seit drei Jahrzehnten, erklärte die Lateinamerikanische Wirtschaftskommission CEPAL (Comisión Económica para América Latina y el Caribe).

Nach Angaben der CEPAL werde sich die Armut bis Ende dieses Jahres weiter verringern, wenn auch langsamer. Dank des Wirtschaftswachstums und der gemäßigten Inflationsrate werde die Armut dann 167 Millionen Menschen (28,8 Prozent) betreffen. „Das Wichtigste ist, dass wir die niedrigste Armut seit drei Jahrzehnten erreicht haben“, erklärte die Geschäftsführerin der CEPAL, Alicia Bárcena, während der Präsentation des Berichts. Demnach sei auch die Zahl der von extremer Armut Betroffenen im Jahr 2011 um drei Millionen auf 66 Millionen zurück gegangen. In diesem Jahr bleibe die Zahl vermutlich gleich.

Die Wirtschaft in Lateinamerika sei 2011 um 4,3 Prozent gestiegen; das Wachstum werde 2012 aber vermutlich nur 3,2 Prozent betragen. Auch die Arbeitslosigkeit ist von 7,3 Prozent 2010 auf 6,7 Prozent 2011 gesunken; auf diesem Niveau bleibe die Arbeitslosigkeit vermutlich auch in diesem Jahr.

Der wichtigste Faktor für den Rückgang der Armut waren laut CEPAL die Einkünfte aus der Arbeit, sowie private und öffentliche Transferzahlungen und andere Einnahmen.

‚Feminisierung‘ der Armut

Sorgen bereitet der regionalen UN-Behörde hingegen der Anstieg der Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Dies lege eine „Feminisierung“ und damit einhergehend eine „Infantilisierung der Armut“ nahe, so Bárcena. Der Grund für diese „Feminisierung der Armut“ sei die steigende Diskriminierung und Trennung nach Geschlecht in der Region, die geringeren Löhne bei Arbeiten, zu denen Frauen Zugang haben sowie an den geringeren Möglichkeiten für Frauen, geregelte und feste Arbeitsstellen zu finden.

Die Reduzierung der Armut sei eine gute Nachricht für die Region, so die CEPAL-Geschäftsführerin, doch viele Länder befänden sich noch auf einem inakzeptablen Niveau. Die Herausforderung sei es, qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen, die auf der Gleichheit basierten.

Die Statistiken wurden in dem Bericht „Die Soziale Situation in Lateinamerika 2012“ zusammengestellt, der von der regionalen UN-Wirtschaftskommission am 27. November veröffentlicht wurde.

 

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