Keiko Fujimori in Umfragen vorn

Ein möglicher Wahlsieg Fujimoris sorgt jetzt schon für Proteste in Peru. Foto: Servindi/E. Arias
Ein möglicher Wahlsieg Fujimoris sorgt jetzt schon für Proteste in Peru. Foto: Servindi/E. Arias

(Lima, 18. März 2016, prensa latina).- Keine drei Wochen vor den Präsidentschaftswahlen in Peru am 9. April sehen zwei Umfragen die neoliberale Kandidatin Keiko Fujimori an erster Stelle. Unterschiede gibt es lediglich bei den genauen Zahlen und denjenigen drei Kandidat*innen, die um einen zweiten Platz und damit die Stichwahl konkurrieren.

Das Unternehmen CPI sieht Fujimori mit 37,6 Prozent vorn, eine Steigerung von fast vier Prozent im Vergleich zu einer vorangegangenen Umfrage. Die Umfrage von Vox Populi sieht Fujimori hingegen bei 33 Prozent.

An zweiter Stelle steht bei CPI der ebenfalls neoliberale Kandidat Pedro Pablo Kuczynski mit 15,3 Prozent, während bei Vox Populi der Mitte-rechts-Kandidat Alfredo Barnechea mit zwölf Prozent Zweiter ist. CPI sieht Barnechea hingegen mit 11,7 Prozent (Tendenz steigend) an dritter Stelle, gefolgt von der fortschrittlichen Verónika Mendoza mit 9,3 Prozent und dem neoliberalen Ex-Präsidenten Alan García mit 6,5 Prozent an fünfter Stelle. Neu in der Auflistung von CPI ist der linke Ex-Gouverneur Gregorio Santos, der seit Juni 2014 unter Korruptionsverdacht, aber ohne Anklage in Haft sitzt. Er liegt noch vor dem Ex-Präsidenten Alejandro Toledo auf dem sechsten Platz.

Falls es nach dem 9. April zu einer Stichwahl kommen sollte, würde Fujimori nach Angaben von CPI sowohl Kuczynski (43,3 zu 39,4 Prozent), also auch Barnechea und Mendoza besiegen. Vox Populi sieht Verónika Mendoza mit acht Prozent auf dem vierten Platz, noch vor Alan García. Diese Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da ein großer Teil der Wähler*innen noch unentschieden ist (28 Prozent bei CPI, 14 Prozent bei Vox Populi).

Keiko Fujimoris Vater, Alberto Fujimori, hatte Peru von 1990 bis 2000 regiert. In diese Zeit fallen eine neoliberale Schocktherapie, ein sowohl von der Armee als auch von der maoistischen Guerilla Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad) rücksichtslos geführter Krieg, sowie ein sogenannter “Selbstputsch”, mit dem sich Fujimori diktatorische Vollmachten gewährte. Alberto Fujimori sitzt gegenwärtig eine 25-jährige Haftstrafe wegen Korruption und Menschenrechtsverbrechen ab.

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