Freilassung von Aktivist und Ende der Folter gefordert

von Natasha Pitts

Der inhaftierte Aktivist Ángel Amílcar Colón Quevedo. Foto: Adital(Fortaleza, 23. Juli 2014, adital).- Das Zentrum für Prävention, Behandlung und Rehabilitation von Folteropfern und deren Familienangehörigen CPTRT (Centro de Prevención, Tratamiento y Rehabilitación de Víctimas de Tortura y sus Familiares) wendet sich erneut an die Öffentlichkeit, um die Freilassung von Ángel Amílcar Colón Quevedo zu fordern, sowie die entwürdigenden Umstände anzuprangern, denen der Aktivist aus Honduras ausgesetzt ist.

Von Menschenhändlern gefangen…

Colón Quevedo ist seit 2009 in Mexiko in Haft, ohne Möglichkeiten sich zu verteidigen. Während all dieser Zeit erlitt er verschiedene Arten von Folter. Die Organisation fordert den mexikanischen Staat auf, Colón Quevedo freizulassen und die Folterpraktiken gegen Migrant*innen zu beenden.

…von mexikanischen Behörden gefoltert

Quevedo, Angehöriger der Volksgruppe Garífuna, ist von Menschenrechtsverteidiger und war Präsident der Organisation der Gemeinschaft der Schwarzen in Honduras Ofraneh (Organización Fraternal Negra de Honduras). Am 9. März 2009 wurde er in der mexikanischen Stadt Tijuana von Netzwerken des Menschenhandels gefangen, als er versuchte die Grenze zu überqueren, um in die USA zu gelangen. Der Migrant erlitt Folter und Misshandlungen seitens der staatlichen Polizei und des Militärs. Aufgrund der Bedrohungen und der Gewalt gestand er Straftaten, die er gar nicht begangen hatte. Dies wird von der mexikanischen Generalstaatsanwaltschaft benutzt, um ihn bis heute gefangen zu halten. Der Aktivist befindet sich im Bundesstaatlichen Hochsicherheitsgefängnis Cefereso 4 (Prisión Federal de Seguridad Máxima Cefereso Número 4) im Verwaltungsbezirk Tepic des Bundesstaats Nayarit.

Gutachten bestätigt körperliche und psychische Folterungen

Im April dieses Jahres gelang es einem Arzt und einem Psychologen des CPTRT, Quevedo zu besuchen und ein auf dem Istanbul-Protokoll basierendes Gutachten zu erstellen. Das Istanbul-Protokoll ist ein Handbuch, das Auskunft darüber gibt, wie Folter zu identifizieren, zu charakterisieren und aufzuklären ist. Die Bitte um den Besuch wurde vom Häftling selbst gestellt und durch das mexikanische Zentrum für Menschenrechte Miguel Agustín Pro Juárez weitervermittelt.

Das Ergebnis des medizinisch-psychologischen Gutachtens war keine Überraschung. Quevedo “unterlag körperlicher und psychischer Gewalt, die in der Ausübung von Methoden wie Schlägen, erzwungener Körperstellungen, dem Festhalten unter unhygienischen Bedingungen, erzwungener Nacktheit, Erstickungsrisiko, Entzug der natürlichen Sinneserregung, dem Verbinden der Augen, dem Beiwohnen der Folterung anderer Personen, Entwürdigungen, Beleidigungen und diskriminierenden Bemerkungen bezüglich seiner Hautfarbe bestand, neben anderen schwerwiegenderen Praktiken, die hier aus Respekt vor dem Opfer nicht genannt werden.” Das Gutachten wurde vor den Gerichtsbehörden des Staates Mexikos bei Anhörung unterzeichnet.

Forderung nach dem Ende der Gewalt gegen MigrantInnen

Die Situation Quevedos ist keine Ausnahme. So wie er versuchen tagtäglich Tausende von Personen in die USA zu gelangen, sei es auf der Suche nach einem besseren Leben, nach beruflichen Möglichkeiten, oder auf der Flucht vor Gewalt und Verfolgung durch den Drogenhandel – Realitäten, denen vor allem Mexikaner*innen und Mittelamerikaner*innen ausgesetzt sind. Viele jedoch fallen den Netzwerken des Menschenhandels zum Opfer oder landen in den Gefängnissen Mexikos, wo sie zu Opfern von Folter und unmenschlichen Behandlungen werden und nicht die gleiche Hilfe bekommen, wie sie bisher Quevedo erfahren hat.

Das CPTRT fordert den mexikanischen Staat auf, die Folterpraktiken an Migrant*innen zu beenden und deren Menschenrechte zu garantieren. Ebenso macht das Zentrum einen besonderen Aufruf zur Befreiung Quevedos und appelliert an den Präsidenten von Honduras, Juan Orlando Hernández, die entsprechenden diplomatischen Mittel zu ergreifen, damit dies schnellstmöglichst geschieht.

Honduras soll Bürger*innen schützen

“Es soll eine ernsthafte Politik zum Schutz von wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten der Honduraner*innen geschaffen werden. Denn nur so können die tragischen Erfahrungen verhindert werden, die unsere Söhne, Töchter, Männer und Frauen durchleben, die ausserhalb Honduras auf der Suche nach dem, was sie eigentlich von ihrem Heimatland erhalten sollten, ihr Leben und ihre Freiheit verlieren, so wie Ángel Amílcar Colón Quevedo”, mahnt das Zentrum für Folteropfer.

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