Armut auf fast 20 Prozent angewachsen

alt(Venezuela, 26. Januar 2011, telesur).- Fast 20 Prozent der chilenischen Bevölkerung leben in Armut. Dies geht aus der am 25. Januar veröffentlichten landesweiten „Erhebung nach dem Erdbeben“ EPT (Encuesta Post Terremoto) hervor, die in den Monaten April und Mai des vergangenen Jahres durchgeführt worden war. Demnach sind 3 Millionen Chilen*innen bzw. 19,4 Prozent der Bevölkerung von Armut betroffen.

Häufigste Ursache für den Anstieg der Armut sei der Verlust des Arbeitsplatzes gewesen, zitiert die chilenische Zeitung „La Tercera“ den Minister des Planungsministeriums Felipe Kast. Davon sei vor allem die Bevölkerung in den Erdbebengebieten betroffen gewesen, so der Minister. Die Armutsgrenze wurde beim EPT für die städtische Bevölkerung mit 63.084 chilenischen Pesos monatlich festgesetzt. Das entspricht rund 93 Euro. Chile hat insgesamt 16,7 Millionen Einwohner*innen, rund 8 Millionen davon leben im Großraum der Hauptstadt Santiago de Chile.

„Posttraumatischer Stress“ bei Erdbebenopfern

Während im Jahr 2009 etwa 620.000 Menschen in die Armut rutschten, seien es im vergangenen Jahr 700.000 Chilen*innen gewesen, so die Studie. Die Studie bezieht auch die drei vom Erdbeben am 27. Februar 2010 besonders betroffenen Regionen im zentralen Süden O’Higgins, Maule y Biobío mit ein und soll die Auswirkungen des Bebens auf die Bevölkerung feststellen.

Etwa 17 Prozent der Häuser seien zudem durch das Erdbeben und den nachfolgenden Tsunami völlig zerstört oder stark beschädigt worden. Rund zwölf Prozent der Chilen*innen im Erdbebengebiet sind von postraumatischem Stress betroffen. Kommt Armut hinzu, steigt die Zahl auf 14,2 Prozent an, so die Ergebnisse.

Erneute Umfrage nach Regierungsmaßnahme erwartet

Es wird erwartet, dass Ende 2011 erneut eine Umfrage durchgeführt wird, um den Erfolg von Maßnahmen zur Armutsreduzierung seitens der Regierung Piñera zu überprüfen. Hierzu gehört unter anderem das so genannte „Ethische Familieneinkommen“ IEF (Ingreso Ético Familiar). Schätzungen zufolge sieht das IEF vor, ab März 2011 rund 130 Millionen US-Dollar unter den 400.000 chilenischen Familien zu verteilen, die 2010 von Naturkatastrophen betroffen waren.

Seit 2006 wurde in der landesweiten Erhebung CASEN (Encuesta de Caracterización Socioeconómica Nacional de Chile) ein Anwachsen der Armut festgestellt. Waren 2006 noch 13,7 Prozent von Armut betroffen, stieg die Zahl im CASEN von 2009 auf 16,4 Prozent.

(Foto: arcketipo/flickr)

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