Brasilien

XII. Spiele der Indigenen Völker


Logo der Spiele / Bildquelle: Servindi(Lima, 12. November 2013, servindi-poonal).- In der Region Sucuri, im Bundesstaat Mato Grosso, gehen am heutigen 16. November die XII. Spiele der Indigenen Völker (XII Jogos dos Povos Indígenas) zu Ende. An den Spielen haben 1.500 Vertreter*innen von 49 brasilianischen indigenen Völkern teilgenommen. Diese sind zudem mit Sportler*innen aus 13 lateinamerikanischen Ländern, sowie aus den USA, Kanada und Norwegen in den Wettbewerb getreten. Von 20 Disziplinen, in denen sich die Teilnehmer*innen seit dem 8. November messen, sind zehn traditionell indigene.

Auf indigene Anliegen aufmerksam machen

Die Spiele sind mit dem Entzünden eines „heiligen Feuers“ eröffnet worden. Das überlieferte Ritual begleiteten Gesänge und Tänze, zu denen die Indigenen traditionelle prächtige Kleidung trugen.

Bei den Spielen handelt es sich um kein rein sportliches Ereignis: Sie sollen auch mit der Kultur der indigenen Völker vertraut machen. Neben den Wettbewerben gab es Tanzaufführungen, Gesänge, Kunsthandwerksverkaufsstände und Gesprächsforen, auf denen die wichtigsten Probleme thematisiert worden, mit denen indigene Gemeinschaften gegenwärtig konfrontiert sind.

Idee wurde jahrelang ignoriert

Bei der Organisation der Spiele erhielten die Indigenen Unterstützung von der brasilianischen Indigenenbehörde FUNAI und dem Sportministerium. Die Idee für die Indigenen Spiele geht bereits auf die frühen 1980-er Jahre zurück. 16 Jahre lang versuchten zwei Brüder vom Volk der Terena vergeblich, staatliche Stellen von ihrer Idee zu überzeugen. Der richtige Zeitpunkt kam mit der Schaffung eines Sportministeriums: 1996 nahm dessen erster Amtsinhaber, die Fußball-Legende Pelé, den Vorschlag an.

In Brasilien leben knapp 900.000 Indigene, die sich laut der Nichtregierungsorganisation Survival International auf 258 indigene Völker verteilen. Die Indigenen stellen damit nicht ganz 0,5 Prozent der Gesamtbevölkerung von insgesamt 200 Millionen Einwohner*innen des Landes. 2015 sollen – ebenfalls in Brasilien – die ersten indigenen Weltspiele stattfinden.

 

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