Kolumbien Venezuela

Venezolanische Behörden liefern flüchtigen kolumbianischen Ex-Minister aus.


(Rio de Janeiro, 05. September 2008, púlsar).- Eine Drogenbekämpfungseinheit der Nationalpolizei Venezuelas hat am 4. September den kolumbianischen Ex-Minister Álvaro Araújo Noguera in Maracaibo festgenommen und ihn am darauf folgenden Dienstag, den 9. September, an Mitarbeiter des kolumbianischen Nachrichtendienstes DAS (Departamento Administrativo de Seguridad) ausgeliefert. Der per internationalem Haftbefehl Gesuchte wird beschuldigt, Beziehungen zu kolumbianischen Paramilitärs zu unterhalten.

Noguera wurde im westlichen venezolanischen Bundesstaat Zulia, in der Nähe des Maracaibo-Sees, gefasst. 2006 floh er aus Kolumbien. Von der kolumbianischen Staatsanwaltschaft wurde er wegen seiner Verbindungen zu den AUC (Autodefensas Unidas de Colombia), den 2006 aufgelösten und in die Gesellschaft integrierten paramilitärischen Verbänden gesucht. Er soll an der Seite der Paramilitärs an der Entführung eines Bruders des Bürgermeisters von Valledupar beteiligt gewesen sein.

Araújo Noguera war Agrarminister innerhalb der Amtszeit von Präsident Alfonso López Michelsen in den Jahren 1974 bis 1978, und Vater der vom aktuellen Präsidenten Uribe im August 2006 berufenen, aber im Februar 2007 zurückgetretenen Außenministerin Kolumbiens, María Consuelo Araújo.

Am selben Tag wurde auch der kolumbianische Ex-Armeegeneral Rito Alejo del Río festgenommen. Er wird ebenfalls einer Zusammenarbeit mit den Paramilitärs beschuldigt. Der Ex-General wurde festgenommen, nachdem er die Wiederaufnahme eines Gerichtsprozesses beantragt hatte. In dem Prozess wurde er von den Paramilitärs Ever Velosa und Salvatore Mancuso schwer belastet. Der General soll der Ausweitung des Paramilitarismus im Land zugearbeitet haben.

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