Kolumbien

Prozess gegen Ex-Paramilitärs in den USA vor Abschluss


Die beiden Angeklagten, Salvatore Mancuso und Rodrigo Tovar Pupo. Foto: Telesur(Venezuela, 07. Juni 2015, telesur).- Am Sonntag den 7. Juni ist in den USA der Prozess gegen zwei ehemalige Befehlshaber der kolumbianischen Paramilitärs zu Ende gegangen. Die Staatsanwaltschaft fordert für Salvatore Mancuso 21 Jahre und elf Monate Haft; Rodrigo Tovar Pupo soll für 30 Jahre hinter Gitter. Das Urteil soll am kommenden 30. Juni gefällt werden.

Mancuso sei „ein Kommandant der Vereinigten Selbstverteidigungskräfte Kolumbiens AUC (Autodefensas Unidas de Colombia), unter dessen Kontrolle ein großes, strategisch wichtiges Gebiet im Norden Kolumbiens lag. Daher kontrollierte er den Drogenhandel in dem Gebiet, vom Anbau über die Produktionsstätten und den Transport bis hin zur Verbreitung“, heißt es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft.

Mancuso, der 2008 in die USA ausgeliefert worden war, war der Anführer einer Todesmaschine, auf deren Konto Massaker und sowohl gezielte als auch willkürliche Morde gehen, sowie Vertreibung und Raub, von denen vor allem die zivile Bevölkerung betroffen war. Trotz dessen wurde er von der kolumbianischen Justiz im Oktober 2014 lediglich zu acht Jahren Haft verurteilt.

Rodrigo Tovar Pupo, alias „Jorge 40“ wird beschuldigt, an mehreren der schlimmsten Massaker teilgenommen zu haben, die Kolumbien je erlebt hat. Er war eine der Führungspersonen der AUC. Er hat eine der weltweit größten Netzwerke des Kokainhandels geleitet und wird zudem beschuldigt, für die Folter und den Mord an 21 Menschen in Aracata, Magdalena verantwortlich zu sein; außerdem werden ihm Morde im kolumbianischen Bananenanbaugebiet zwischen 2002 und 2004 zur Last gelegt.

CC BY-SA 4.0 Prozess gegen Ex-Paramilitärs in den USA vor Abschluss von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Don Leo will kein Narco sein
79
Don Leo, wie er liebevoll im Dorf Buenavista in der Kaffeeregion Kolumbiens genannt wird, hat viel zu erzählen. Wie er in den Wirren des bewaffneten Konflikts zunächst Kaffee-, dann Koka- und dann wieder Kaffeebauer wurde. Seine Geschichte. „Ich bin im Jahr 1953 in der Region Chocó geboren. Als Kind ging ich nur für ein paar Monate in die Schule, gerade genug, um Lesen und Schreiben zu lernen. Mit neun Jahren sandte mich meine Familie auf eine Kaffeefarm. Die Besitzer der ...
Broschüre: Land, Kultur, Autonomie- Die indigene Bewegung im Cauca
161
„Land, Kultur, Autonomie, die indigene Bewegung im Cauca“ so heisst die im Januar 2019 vom Kollektiv Zwischenzeit herausgegebene Broschüre zu Kolumbien. In 22 Artikeln wird die emanzipatorische Bewegung der indigenen Gemeinschaften im Cauca im Südwesten Kolumbiens so eindringlich dargestellt, dass ich als Leser*in selbst das Gefühl habe vor Ort zu sein. In vielen Interviews kommen Sprecher*innen der indigenen Gemeinden zu Wort, über die Kämpfe gegen die Multis, die Rolle der ...
onda-info 451
125
Hallo und Willkommen zum onda-info 451! Wie immer beginnen wir mit Nachrichten: Drei kommen aus Mexiko, über die Ermordung von Sinar Corzo, eine Entschuldigung bei der Journalistin Lydia Cacho und - mal wieder - Massengräber in Mexiko. Eine weitere Nota gibt euch ein Update zum Machtkampf um die Kommission gegen die Straflosigkeit in Guatemala. In unserem onda-Studio hatten wir Laura Reyes aus Mexiko zu Besuch. Die Radioaktivistin berichtet von der aktuellen Situation u...
Drogenhändler und Finanzier der Paramilitärs vorläufig frei
98
(Medellín, 2. Januar 2018, colombia informa).- Am 31. Dezember hat ein Richter in Medellín den Drogenhändler und Paramilitär Santiago Gallón Henao freigelassen. Das 31. Strafgericht von Medellín hat seine Freilassung angeordnet, da die Verfahrensfrist abgelaufen sei. Der 56-jährige Gallón Henao kann nun zuhause das Ergebnis des Gerichtsverfahrens abwarten, das gegen ihn wegen der Verschickung von Kokain nach Europa geführt wird. Santiago Gallón Henao war in der kolumbianis...
Vor 90 Jahren: Massaker an den Arbeiter*innen der Bananenplantagen
318
(Medellín, 5. Dezember 2018, colombia informa).- Am 5. und 6. Dezember 1928 erschoss das kolumbianische Militär tausende Frauen, Männer und Kinder in der Gemeinde Ciénaga im nordkolumbianischen Bundesstaat Magdalena. Bekannt wurden die Morde als das „masacre de las bananeras“ (zu dt.: Massaker an den Arbeiter*innen der Bananenplantagen). Die Soldaten mordeten im Interesse des US-amerikanischen Unternehmens United Fruit Company. Der Bundesstaat Magdalena an der Karibikküste...