Chile

Protestieren ist menschlich


Tränengas gegen Demonstrant*innen für eine bessere Bildung / todosnuestrosmuertos, flickr(Montevideo, 25. August 2011, la diaria).- „Eine Sache ist es, zu demonstrieren. Eine andere, zu versuchen das Land zu paralysieren“, erklärte am 24. August der chilenische Präsident, Sebastián Piñera, genervt vom 48-stündigen Generalstreik, der von Demonstrationen Tausender Menschen im ganzen Land begleitet wurde.

 

Die Maßnahmen wurden vom Zentralen Gewerkschaftsverband CUT (Central Unitaria de Trabajadores ergriffen, um die Student*innen bei ihrem Kampf um ein kostenloses und qualitativ hochwertiges öffentliches Bildungssystem sowie um eine Verfassungsreform zu unterstützen, die dann eine Volksbefragung bezüglich des Bildungswesens ermöglichen würde.

Zu diesen Forderungen fügten der Gewerkschaftsverband und andere soziale Organisationen, die zum Streik aufgerufen hatten, noch die Forderung nach Änderungen in der Wirtschafts- und Steuerpolitik und einer stärkeren Kontrolle des Staates über die Ressourcen des Landes hinzu. Die Politik müsse zudem den Zugang zu Wohnraum und Gesundheitsversorgung sicherstellen.

Angesichts des sich immer stärker ausweitenden Konfliktes bat Piñera die Oppositionsparteien der Concertación „die Lage nicht zu verschlimmern“ und erklärte, seine Regierung sei bereit, mit den Führungskräften der CUT und der Studentenbewegung zu verhandeln. Der Unterstaatssekretär des Innenministeriums, Rodrigo Ubilla erklärte unterdessen, bei den Demonstrationen habe es „Zwischenfälle“ gegeben. 35 Personen wurden verhaftet. Es gab elf Verletzte, neun davon waren Polizisten.

(Artikel aus der uruguayischen Tageszeitung „la diaria“ vom 25. August 2011)


Das könnte dich auch interessieren

Würdige Arbeit und Rente in Gefahr Von Andreas Behn, Rio de Janeiro (Rio de Janeiro, 23. April 2017, npl).- „Sie wollen, dass wir sterben, bevor wir in Rente gehen. Damit wir keine Kosten mehr verursachen“, sagt eine Demonstrantin. Seit Wochen kommt es in Brasilien zu Protesten gegen die Sparpolitik von Präsident Michel Temer. Den Gürtel enger schnallen sei der einzige Weg, die schwere Wirtschaftskrise zu überwinden, argumentiert die Regierung. Gewerkschafter*innen und Menschenrechtler*innen sehen dar...
Brasilien: Frauen und Schwarze stärker von Arbeitslosigkeit betroffen Von Railídia Carvalho*, correiocidadania.com.br (Montevideo, 03. April 2017, Comcosur).- Eine Umfrage zu soziologischen Fragestellungen des Brasilianischen Instituts für Geographie und Statistik IBGE (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística) belegt mit Zahlen, was in der brasilianischen Gesellschaft bereits wahrnehmbar ist: Frauen und Menschen mit schwarzer Hautfarbe sind von der Wirtschaftskrise und dem Anstieg der sozialen Ungleichheit im Land am stärksten be...
Krankenschwestern im Hungerstreik Von Redaktion cimac (Mexiko-Stadt/Tuxtla Gutierrez, 03. April 2017, cimac-chiapas paralelo).- Am 3. April traten die Krankenschwestern María de Jesús Espinosa de los Santos, Cielo Gramajo Cundapí, Elivón Castillo Escobar, Verónica Zenteno Pérez und María Isidro Orozco in einen Hungerstreik, um ihre Wiedereinstellung in die Frauenklinik in Tuxtla Gutierrez, der Hauptstadt des Bundesstaates Chiapas im Süden Mexikos, zu fordern. Sie hatten im vergangenen Januar ihre Kün...
Die Militarisierung Oaxacas und die Lehrer*innenschaft Kniffliger Hinterhalt Außerdem gerieten sie in eine sehr besondere Art von Hinterhalt. Als sie sich vor der Leitung der weiterführenden Bundesschule Nummer 64 präsentierten, um sich nach den Bedürfnissen der Schule zu erkundigen, legte der Schulvorstand eine sehr genaue Liste vor: zwei neue Aulen, 30 Computer, einen Kunstraum und Verkabelungspläne. Die Antwort der Gendarmerie fiel ablehnend aus. Zwar kündigte die Regierung die Bereitstellung von 1 Milliarde Pesos (derzeit etw...
Privatisierung von Bildung in Lateinamerika und der Karibik: Tendenz steigend Schwächung des öffentlichen Sektors Die „Kartierung der Privatisierungstrends der Bildung in Lateinamerika und der Karibik“ zeigt, dass nicht nur ein beachtlicher und zunehmender Anstieg von privaten Angeboten in allen Bildungsphasen und besonders stark bei der Bildung im frühen Kindesalter und der Hochschulbildung zu beobachten sind, sondern auch neue Formen der Gewinnerzielung durch den öffentlichen Kauf von Gütern und privaten Dienstleistungen. So etwa die Einführung von P...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.