Guatemala

Mehr als 13.000 Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren sind dieses Jahr bereits zu Müttern geworden


alt(Guatemala-Stadt, 30. September 2010, cerigua).- Die Monitoringstelle für reproduktive Gesundheit OSAR (Observatorio de Salud Reproductiva) in Guatemala gab einen alarmierenden Anstieg bei Schwangerschaften von Minderjährigen bekannt.

 

Den Angaben von OSAR zufolge wurden bis zum Juni dieses Jahres 13.193 Geburten bei Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren registriert. Die Tendenz sei steigend und werde zunehmend zu einem sozialen Problem. Deshalb sei es notwendig, dass alle Bereiche der Gesellschaft gemeinsam daran arbeiten, diese Situation grundlegend zu ändern, so die Monitoringstelle.

Monitoringstelle fordert umgehende Maßnahmen

Im Jahr 2009 seien 41.529 Mädchen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren zu Müttern geworden, erklärte Mirna Montenegro, die auch Mitglied in der Vereinigung Guatemaltekischer Medizinerinnen AGMM (Asociación Guatemalteca de Mujeres Médicas) ist. Aus den Statistiken werde deutlich, dass das fortpflanzungsfähige Alter bereits mit 10 Jahren beginne, so die Ärztin.

Die Situation sei besorgniserregend und erfordere umgehende Maßnahmen, erklärte  Montenegro. Da die Zahlen nur die Angaben der Gesundheitszentren enthalten, müsse man von einer erheblichen Dunkelziffer ausgehen, so die Expertin.

Abtreibung und Sexualerziehung

In Guatemala war erst 2009 nach langem Ringen mit der Katholischen Kirche ein bereits 2005 auf den Weg gebrachtes Gesetz in Kraft getreten, wonach öffentliche und private Gesundheitszentren und die guatemaltekische Sozialversicherung moderne Verhütungsmittel zugänglich machen müssen. Auch Sexualerziehung in der Grundschule ist erst mit diesem Gesetz in der Schulbildung verankert. Abtreibung ist in Guatemala nur erlaubt, wenn die Schwangerschaft eine Gefahr für Leib und Leben der Mutter darstellt.

(Foto: Jugendliche mit ihrem Neugeborenen, Ecuador/Foto: Radio Nederland Wereldomroep/flickr)

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