Kolumbien

Kolumbianischer Staat der Ermordung des Journalisten Garzón schuldig gesprochen


Wandbild in Erinnerung an Jaime Garzón

Wandbild in Erinnerung an Jaime Garzon / Foto: univalle-de-remux, CC0 1.0

(Lima, 29. September 2016, noticias aliadas).- Der Staatsrat von Kolumbien – die höchste Gerichtsbarkeit in Kolumbien für Prozesse, in welche der Staat involviert ist – hat die besondere Verantwortung des Staates, in Form des Ministeriums für Verteidigung, Streitkräfte und Nationalpolizei, für den Mord am Journalisten Jaime Garzón am 13. August 1999 festgestellt.

Dem am 14. September 2016 veröffentlichten Urteil zufolge haben der ehemalige stellvertretende Direktor der geheimdienstlichen Verwaltungsabteilung für Sicherheit DAS (Departamento Administrativo de Seguridad), José Miguel Narváez, und der ehemalige Geheimdienst-Chef der 13. Heeresbrigade, der Oberst a. D. Jorge Eliécer Plazas Acevedo, Informationen mit dem paramilitärischen Anführer Carlos Castaño ausgetauscht und diesem nahegelegt, für die Ermordung von Garzón zu sorgen, da dieser ein „Guerilla-Kollaborateur“ sei.

Das Tribunal ordnete die Zahlung einer Entschädigung für die Angehörigen von Garzón sowie eine Entschuldigung von Seiten der obersten Dienstherren von Streitkräften und Polizei für den Fall an.

 

banner 2016


Das könnte dich auch interessieren

onda-info 403 Hallo und willkommen zum onda-info 403! Nach Nachrichten aus Mexiko und Guatemala steht in den Beiträgen vor allem Zentralamerika auf dem Zettel. Zunächst geht’s nach Nicaragua. Die Wirtschaftsentwicklung unter dem neuen Dauerpräsidenten Ortega ist positiv, die Kriminalität gering. Dafür spielen Pressefreiheit und die Achtung der Menschenrechte im System Ortega eine untergeordnete Rolle. Für den zweiten Beitrag haben wir die afro-indigenen Garífuna in Honduras besucht. Sie so...
Honduras: Immer mehr LGBTI-Personen müssen fliehen Bereits im Sommer letzten Jahres interviewte onda die honduranische Transaktivistin Frenesys Sahory Reyes. Als Koordinatorin der Transfrauengruppe Munecas de Arcoiris, zu Deutsch die Puppen des Regenbogens, war sie zu Besuch in Deutschland. Auf ihrer Rundreise berichtete Frenesys über die Situation von LGBTI-Personen in Honduras und insbesondere von Trans*menschen. Während ihres Aufenthalts wurde klar, dass es nach Honduras für sie kein zurück gab. Zu viele ihrer Mitstreiter_...
Women on Waves widerrechtlich ausgewiesen Guatemala, Ende Februar. Die Crew des Schiffes von Women on Waves muss den Hafen Marina Pez Vela bei San José in Guatemala verlassen. Woman on waves ist eine internationale agierende NGO, die für das Recht auf Abtreibung eintritt und Frauen darin bestärkt ihr Recht auf mentale und körperliche Selbstbestimmung auszuüben. Mehr Infos findet ihr auch auf der Seite von Women on Waves.
2017 bereits 14 Menschenrechtsaktivist*innen ermordet Von João Flores da Cunha (São Leopoldo, 10. Februar 2017, ihu-online).- Die Interamerikanische Menschenrechtskommission CIDH (Comisión Interamericana de Derechos Humanos) meldet die Ermordung von bereits 14 Menschenrechtsaktivist*innen in Lateinamerika seit Beginn des Jahres 2017. Die Einrichtung formulierte ihre „tiefe Sorge“ um diese Zahl, die sie als sehr hoch einschätzt. Die CIDH, eine autonome Einrichtung der Organisation der Amerikanischen Staaten OAS, veröffe...
Regierung muss Opfer der „falsos positivos“ entschädigen (Caracas, 14. Februar 2017, telesur).- Am 14. Februar gab das kolumbianische Verfassungsgericht bekannt, dass die Regierung sich nicht ihrer Verantwortung gegenüber den außergerichtlichen Hinrichtungen, den sogenannten „falsos positivos“ entziehen kann. Das Gericht wies darauf hin, dass die „falsos positivos“ einen Verstoß gegen völkerrechtliche Verträge darstellen. Die Regierung sei den Angehörigen der Opfer verpflichtet, einen wirksamen Rechtsbehelf zu garantieren, um die v...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.