Lateinamerika

Kinderarbeit: 17 Millionen indigene Kinder betroffen


(Buenos Aires, 11. März 2010, púlsar).- Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation ILO (International Labour Organization) und des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF (United Nations International Children’s Emergency Fund) gehen in Lateinamerika und der Karibik 17 Millionen indigene Kinder und Jugendliche einer Arbeit nach. Siebzig Prozent von ihnen arbeiten in ländlichen Regionen im Bereich der Landwirtschaft.

Die häufigste Form von Kinderarbeit in städtischen Räumen sind nach Angaben der Organisationen das Verrichten von häuslichen Arbeiten, das Putzen von Autos an Ampeln, der Straßenverkauf, die Vorbereitung und der Verkauf von Speisen, das Verladen von Waren auf Märkten und an Häfen, die Wiederverarbeitung von Müll sowie Bauarbeiten.

Die internationalen Organisationen kritisierten weiter, dass diese Kinder und Jugendlichen verschiedenen Gefahren, wie dem Personenhandel für die Arbeit in der Landwirtschaft, sexuellem Missbrauch und Zwangsarbeit ausgesetzt seien. Zudem würden sie häufig Opfer von Zwangsrekrutierungen durch bewaffnete Gruppen, Guerillas oder sogar durch das Militär.

Bei einer Konferenz im kolumbianischen Cartagena vom 8. bis 10. März mit dem Titel „Indigene Völker und die Regierung: Wege zu einem effektiven Schutz der Rechte von indigenen Kindern und Jugendlichen und zur Bekämpfung von Kinderarbeit. Handeln statt Reden“, sollte das Thema aufgegriffen werden. Erklärtes Ziel dieser Konferenz war, dass alle Akteure zukünftig der Verbesserung der prekären Situation von indigenen Kindern und Jugendlichen Priorität einräumen. Ungefähr 200 Vertreter*innen aus Regierungsinstitutionen, Organisationen von Angestellten sowie Arbeitern und Arbeiterinnen und von indigenen Gemeinden wurden zu diesem Treffen erwartet.

CC BY-SA 4.0 Kinderarbeit: 17 Millionen indigene Kinder betroffen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Indigene Rechte: Zum Tag des Widerstands Viele, vor allem europäisch stämmige Nord- und Lateinamerikaner*innen, sehen im 12. Oktober bis heute einen Feiertag für die „Zivilisierung“ und Missionierung des Kontinents. In Spanien ist der Tag, an dem Christoph Kolumbus vor 525 Jahren auf den amerikanischen Kontinent traf, Nationalfeiertag; aber auch in fast allen amerikanischen Ländern wird der 12. Oktober als Tag des "Hispanischen", als Kolumbus-Tag, als Tag des Kontaktes zweier Kulturen oder, weniger schön, als Tag de...
Aufklärung des Mordes an Berta Cáceres? Sie musste ihren Kampf mit dem Leben bezahlen. Am Grab der Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres. Foto: Erika Harzer Am 2. März 2016 wurde Berta Cáceres in La Esperanza, Intibucá, Honduras, ermordet. Auftragskiller erschossen die weit über ihre Landesgrenzen hinaus bekannte Feministin, Menschenrechts- und Umweltaktivistin und Anführerin des Rates der indigenen Völker von Honduras COPINH. Mehr als 16 Monate sind seitdem vergangen. Acht Verdächtige sitzen in Untersuchungsh...
onda-info 409 Hallo und willkommen zum onda-info 409! Wir haben gleich drei schicke Beiträge für euch! Kolumbien: Über 300 Seiten ist er dick, der Friedensvertrag, den die kolumbianische Regierung und FARC-Guerilla ausgehandelt haben. Doch der Weg zu einem wirklichem Frieden ist weit. Helfen sollen dabei  Community Radios. Wie das geht? Wir haben uns bei Radiomachenden vor Ort umgehört. Costa Rica: Das kleine Land lebt von seinem Öko-Image. Doch Dank Globalisierung und Freihandel ist C...
Indigene Marathongewinnerin mit Rock und Sandalen Die 22-jährige Indigene María Lorena Ramírez gewinnt einen Marathonlauf in Sandalen und Rock. Foto: Servindi (Lima, 22. Mai 2017, servindi/hispantv).- Es ist eines der Bilder, von denen ganz Mexiko spricht: Eine junge Indigene hat den Bergmarathon in der Gemeinde Cerro Rojo, im Bundesstaat Puebla gewonnen. Und das ganz ohne professionelle Ausrüstung: ohne Sportschuhe, ohne speziellen Läufergürtel für Verpflegung und Getränke, sondern nur bekleidet mit einem Rock und einfa...
onda-info 407 especial – vom Panamazonischen Sozialforum in Tarapoto! Hallo und willkommen zum onda-info 407! Diesmal aus Tarapoto, Peru! Hier fand Ende April das achte Panamazonische Sozialfourm statt. Und onda war dabei! Die Veranstaltung lockt Teilnehmende aus allen neun Staaten an, die ein Stück des Amazonas-Gebietes beanspruchen: Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Bolivien, Venezuela, Guyana, Französisch-Guyana, Surinam und natürlich das Gastgeberland Peru. Das Motto lautete diesmal: Wir folgen dem Ruf des Waldes. Fast 2.000 Indigene und ander...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.