Guatemala

Indigene in Guatemala für Gründung eines Plurinationalen Staates


von Barbara Klitzke Rozas

Guatemala: Das politische Manifest wird bei einer Pressekonferenz vorgestellt/Bildquelle: convergenciawaqibkej.wordpress.com(03. Dezember 2015, amerika21.de).- Die indigenen Völker Guatemalas haben ein politisches Manifest für die Gründung eines Plurinationalen Staates verfasst. In verschiedenen regionalen und nationalen Treffen kamen die Völker Maya, Garifuna, Xinka, aber auch Mestiz*innen überein, ihre Forderungen und Vorschläge darin zusammenzufassen.

Werte und Prinzipien indigener Kosmovision sollen einfließen

Unter dem Titel “Politische Forderungen und Vorschläge der indigenen Völker des Iximulew” (Maislandes) wird in dem 88-seitigen Dokument die Situation der indigenen Bevölkerung Guatemalas und deren konstanten Exklusion von der politischen Agenda und den in den Friedensverträgen empfohlenen Entwicklungs- und Partizipationsmechanismen analysiert.

Das Ziel der 165 beteiligten Organisationen ist es, die schon lange bestehenden Forderungen, Entwürfe und Mechanismen zu den Rechten der indigenen Völker in einem politischen Projekt zu formulieren, das zur Gründung eines Plurinationalen Staates als Basis des “Guten Lebens” (Buen Vivir) der guatemaltekischen Völker beitragen soll.

In dem Dokument heißt es, dass die Werte und Prinzipien der indigenen Kosmovision, die das Leben fördert und schützt, berücksichtigt werden müssten. Das alternative Lebensführungsmodell solle das kapitalistische, merkantilistische und ausbeuterische Modell überwinden.

Langfristiges Ziel

Die Umsetzung der Forderungen werde mit konkreten Schritten ab sofort beginnen, indem die indigenen Organisationen und Gemeinschaften das politische Projekt verbreiten, diskutieren und festigen. Die verschiedenen staatlichen Institutionen seien verpflichtet, auf die Forderungen einzugehen und sie zu realisieren. Die Umsetzung des politischen Projekts werde zwischen 13 und 20 Jahren dauern, bevor seine Entwicklung überprüft und weiter gestärkt werden könne.

Die Initiator*innen seien sich bewusst, dass diese und die zukünftige Regierung Guatemalas eine neoliberale Politik verfolge und nicht auf ihre Positionen eingehen werde. Die Indigenen seien jedoch “wachsam, wie in den vergangenen 523 Jahren, und werden weiterhin präsent sein, um die Ausübung der Rechte indigener Völker zu stärken und zur Gründung eines plurinationalen Staates auf der Basis des Guten Lebens beitragen”, heißt es abschließend in dem Manifest.

CC BY-SA 4.0 Indigene in Guatemala für Gründung eines Plurinationalen Staates von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Verletzung von Umweltrechten bedroht Indigene Foto: Cimac/Anayeli Garcia Martínezvon Anayeli Garcia Martínez(Mexiko-Stadt, 5. Oktober 2016, cimacnoticias).- Margarita Quino Aramayo ist die Mitbegründerin des Nationalen Netzwerkes von Frauen zur Verteidigung der Mutter Erde (Red Nacional de Mujeres en Defensa de la Madre Tierra), einem Projekt, das die “Verletzung von Umweltrechten” sichtbar machen will, wie sie sagt. Gegründet hat die Seniorin dieses Netzwerk gemeinsam mit anderen Frauen, da der Poopó-See, der z...
onda-info 391 Hallo und willkommen zum onda-info 391.Wir beginnen wie immer mit dem Nachrichten-Block. Allerdings ist dieser diesmal recht kurz geraten. Es gibt nur eine einzige Meldung und diese dreht sich dann auch noch um uns. Wir wollen nämlich wissen, was Ihr über uns denkt. Hier geht es zur Befragung.Und natürlich haben wir auch noch drei längere Beiträge für Euch.Ein Interview und ein Hintergrundbericht informieren über den kürzlich beendeten Lehrerstreik in Mexiko.U...
Weiterhin Kritik an der offiziellen Informationspolitik zu Gensoja – Vorwurf der Parteinahme bleibt bestehen Von Gerold SchmidtElemente der Gentechnik: Bakterienkultur in einer Schale, Saatgut und durch Elektrophorese sichtbar gemachte DNA-Fragmente. Foto: Wikipedia/Jack Dykinga - USDA (Mexiko-Stadt, 22. September 2016, npl).- Die aus fast zwei Dutzend Vereinigungen und Institutionen zusammengesetzte Beobachtungsmission zur Befragung der Maya-Bevölkerung in den Bundesstaaten Campeche und Yucatán über den Gensoja-Anbau in ihren Gemeinden hat die Regierungsinstanzen erneut k...
Agrarstreik geht trotz Repression weiter Zehntausende Menschen beteiligen sich an den Protestaktionen. Foto: Telesur(Caracas, 8. Juni 2016, telesur).- Die Serie von Streiks, Straßenblockaden und Protestaktionen in Kolumbien geht ungeachtet der verschärften Repression der Regierung weiter. Am 30. Mai hatte die Minga Agraria, ein breites Bündnis aus Bauernverbänden, Gewerkschaften, Indigenen und Afro-Kolumbianer*innen mit dem unbefristeten Streik begonnen. Seitdem hat das Vorgehen der Aufstandsbekämpfungseinhei...
Die Folgen des Bergbaus sind nicht zu verantworten Von Diego Andreucci und Helga Grunberg CazónLandsat-Aufnahme des Poopó-Sees vom 15. Januar 2016. Foto: Wikipedia/NASA Earth Observatory images by Jesse Allen(Quito, 12. Mai 2016, alai).- Der Bergbau hat schwerwiegende soziale und ökologische Auswirkungen. In Bolivien können die Menschen vor Ort ein Lied davon singen. Was hatte die neue Verfassung aus dem Jahr 2009 nicht alles versprochen: Rechte für die Indigenen und für die lokalen Gemeinschaften, Umweltschutz und d...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.