Hinweise auf Handel mit indigenen Mädchen


(Lima, 04. Mai 2012, noticias aliadas).- Wie die nicaraguanische Anführerin des indigenen Volkes der Miskito, Myrna Cunningham, bekannt gab, werden an der Grenze zu Honduras Mädchen indigener Gemeinden zu einem Preis von bis zu 2.000 US-Dollar an Drogenhändler verkauft – anscheinend mit Einwilligung der Eltern. Inzwischen ermitteln die Behörden beider Länder.

„Bisher kennen wir die Situation nur von Frauenorganisationen aus dem Gebiet. Offizielle Anzeigen zur Situation gibt es jedoch keine“. Grund dafür sei offensichtlich die Angst vor Vergeltung, so Cunningham während eines Treffens zum Thema Gewalt gegen indigene Frauen und deren Zugang zur Rechtssprechung, das Ende April in Managua stattfand. Cunningham ist Präsidentin des Ständigen UN-Forums für indigene Angelegenheiten (engl. UN Permanent Forum on Indigenous Issues).

„Mädchenhandel findet entlang des gesamten Grenzstreifens zwischen Nicaragua und Honduras in der Karibikregion statt“, fügte sie hinzu. „Dabei handelt es sich um besonders entlegene Gemeinden, in denen das organisierte Verbrechen und Drogenhandel gegenwärtig sind“.

Mädchenhandel entlang der gesamten Karibikküste

Carmen Poveda, Direktorin des Komissariats der Frau in der autonomen Atlantikregion RAAN (Comisaría de la Mujer en la Región Autónoma del Atlántico Norte) in Nicaragua, bestätigte, es existierten „reichlich Informationen über die Situation und wir untersuchen das.“

Nicaraguanische Polizeibehörden führen ihrerseits eine gemeinsame Ermittlung mit Beamten der honduranischen Sonderstaatsanwaltschaft für Kinder (Fiscalía Especial de la Niñez) durch.

In der RAAN, die sich über eine Fläche von 9.300 km² ausdehnt und etwa 600 km nördlich von Managua liegt, leben Indígenas der Ethnien Miskito und Mayagna.

Cunningham wies darauf hin, dass nach den empfangenen Berichten die Situation sehr ernst sei, da sie die extreme Armut der dort lebenden Gemeinden offenlege.

 

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