Peru

Ex-Präsident Fujimori zu weiteren 8 Jahren Haft verurteilt


Foto: Pedro Rivas Ugaz (Archiv), CC BY 2.0, flickr(Buenos Aires, 12. Januar 2015, púlsar-poonal).- Perus Ex-Präsident Alberto Fujimori ist Anfang Januar im so genannten Fall „Diarios chicha“ für schuldig befunden und zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Darüber hinaus muss er eine Schadenersatzzahlung in Höhe von 3 Millionen Soles (ca. 838.000 Euro) an den Staat leisten. Zudem verfügten die Richter in ihrer Entscheidung vom 8. Januar 2015, dass Fujimori bis April 2021 keine öffentlichen Ämter ausüben darf. Fujimoris Anwälte haben bereits Widerspruch gegen das Urteil eingelegt.

Der Ex-Präsident (1990-2000) verbüßt gegenwärtig bereits eine 25-jährige Haftstrafe wegen des Einsatzes von Todesschwadronen während seiner Amtszeit sowie weitere mehrjährige Haftstrafen, unter anderem wegen Korruption. Der jetzt verhandelte Fall „Diarios chicha“ geht auf das Jahr 2000 zurück, als Fujimori seine zweite Wiederwahl anstrebte.

Fujimori: Nicht „verantwortlich“

Er war angeklagt worden, die Verwendung von Mitteln der Streitkräfte durch den Geheimdienst mit dem Ziel veranlasst zu haben, bestimmte Zeitungen, so etwa El Chino, El Tío, La Chuchi und weitere Medien der Sensationspresse bestochen zu haben. Zwischen 2.000 und 3.000 US-Dollar zahlte der damalige Geheimdienstchef Vladimiro Montesino Blättern pro Titelzeile, in der Fujimoris Gegner angegriffen wurden.

Der 76-jährige Ex-Präsident erklärte, er sei unschuldig. „Die Veruntreuung von Geldern an die Sensationspresse habe ich nicht angeordnet“ schrieb er während der Verlesung des Urteils. Seine Tochter und Politikerin Keiko Fujimori gab zu, dass man Blätter während der Regierungszeit ihres Vaters „gekauft“ habe, bestritt jedoch, dass dies in seiner Verantwortung gelegen habe. Die Strafe gegen ihren Vater bezeichnete sie als ungerechtfertigt, da es keine Beweise gebe.

Über die Annahme des Einspruchs gegen das Urteil wird das Strafgericht des Obersten Gerichtshofes entscheiden. Bei zwei früheren Urteilen im Fall „Diarios chicha“ hatten Fujimoris Anwälte nach Angaben der Online-Ausgabe von RPP bereits zweimal Widerspruch eingelegt. Diese waren jedoch beide Male abgelehnt worden.

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