Haiti

Erneuter Ausbruch der Cholera


Die neunjährige Widline erhält Mittel gegen Dehydrierung / Amanda George, British Red Cross; flickr(Havanna, 07. Juli 2011, prensa latina-poonal).- Das Gesundheitsministerium Haitis hat am vergangen 7. Juli seine Besorgnis angesichts eines erneuten Ausbruchs der Cholera geäußert. Seit Mai sind durch die schweren Unwetter weite Teile des Landes überschwemmt. Vor allem rings um die Hauptstadt Port-au-Prince seien neue Herde ausgebrochen. Bessere hygienische Versorgung sei nötig, um die weitere Verbreitung der Epidemie zu verhindern, so der Minister.

Die Zahl der Menschen, die an der Krankheit gestorben seien, habe zwar im Juni 2011 abgenommen, allerdings steige die Zahl der Erkrankungen wieder. Grund für die Neuansteckungen sei vor allem die Regenzeit.

2.600 Neuinfektionen täglich

Laut eines Berichts der Internationalen Gesundheitsorganisation beider Amerika OPS (Organización Panamericana de la Salud) vom Juni 2011 gibt es in Haiti jede Woche rund 2.600 Neuinfektionen mit Cholera. In Carrefour, östlich von Port-au-Prince, hätten sich im Mai 2011 täglich rund 300 Menschen mit dem Cholera-Erreger infiziert, erklärte die verantwortliche Gesundheitsbeamte von Carrefour, Mimy Muisa Kambere.

Nach Angaben des letzten Berichts der haitianischen Behörden vom 29. Juni, sind in dem Karibikstaat mehr als 5.300 Cholera-Tote zu beklagen, die Zahl der Erkrankten liege bei rund 320.000 Menschen.

Katastrophale Wasserversorgung

Trotz internationaler Vereinbarungen sowie Verlautbarungen des haitianischen Gesundheitsministeriums wurde bis jetzt noch keine Impfkampagne begonnen.

Nur zwei Prozent der rund 9 Millionen Einwohner*innen des Landes hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die meisten Menschen verrichten zudem ihre Notdurft in Latrinen oder in der Nähe ihrer Behausungen an Stellen, die nicht abgedeckt sind, häufig fließen die Fäkalien auch direkt in Flüsse.

CC BY-SA 4.0 Erneuter Ausbruch der Cholera von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Zwei Jahre nach Flusskontamierung durch Kupfermine: Bleibende Schäden für Menschen und Natur Von Gerold Schmidt(Mexiko-Stadt, 20. Juli 2016, npl).- Am 6. August 2014 ergossen sich im nördlichen Bundesstaat Sonora 40 Millionen Liter Sulfatsäure und mehrere hundert Tonnen Schwermetalle aus einem Rückhaltebecken der Kupfermine des mexikanischen Bergbau-Unternehmens Buenavista del Cobre direkt in den Sonora-Fluss. Dutzende Kilometer verseuchter Flussläufe, Hautverätzungen bei Menschen, die mit dem Wasser in Berührung kamen und zahlreiche geschlossene Trinkwasser...
Steuererhöhungen zur Finanzierung des Wiederaufbaus nach Erdbeben (Montevideo, 22. April 2016, la diaria).- Die ecuadorianische Regierung erklärte, sie werde “außergewöhnliche Maßnahmen” ergreifen, um den Wiederaufbau in den vom Erdbeben betroffenen Regionen des Landes zu bewerkstelligen. Am vergangenen 16. April wurde Ecuador von einem Erdbeben erschüttert, dem 557 Menschen zum Opfer fielen, 5.733 Personen wurden verletzt und 163 Menschen gelten als vermisst. Tausende Betroffene beschwerten sich unterdessen, weil die humanitäre Hilfe sie n...
Wenn die Netze leer bleiben – Chiles Fischereikooperativen vor dem Aus von Nils Brock, Santiago de Chile (Berlin, 22. Dezember 2015, npl).- Wenn Washington Ribera von seinem Job auf dem Meer erzählt, dann sollten Romantiker*innen lieber weghören. „Wir fahren meist abends gegen 7 Uhr raus aufs Meer. Meist zu viert“, beginnt der 63-jährige Chilene seinen Bericht von der anstrengenden Tintenfischjagd. „Einer bleibt munter und sucht die Tintenfische. Dann geht die Jagd los, die ganze Nacht. Handarbeit, bei der man pitschnass wird.“ Eigentlich würde...
Grünes Gold in Gefahr: Der Kampf der Awajun-Indigenen gegen den Goldabbau und für ihre Wasserquellen von Sandy El Berr, Lima (Berlin, 19. November 2015, ideele revista-npl).- Pancho Kantuash verschneidet vorsichtig seine Kakaobäume, die sich unter der Last der vielen roten und gelben Kakaoschoten biegen. Pancho ist ein etwa 60-jähriger Familienvater und Landwirt. Er ist Teil eines technischen Teams, das andere Awajun-Familien im nördlichen Amazonasgebiet Perus im ökologischen Kakaoanbau fortbildet. Das Projekt wird von der Europäischen Union finanziert und vor kurzem haben ...
Rotes Kreuz weist Anschuldigung über Veruntreuung zurück von Cristina Fontenele (Fortaleza, 22. Juli 2015, adital).- Das Rote Kreuz der Vereinigten Staaten wird beschuldigt, 500 Millionen US-Dollar unterschlagen zu haben. Das Geld war für den Wohnungsbau Haitis gesammelt worden, nachdem ein Erdbeben das Land am 12. Januar 2010 zerstört hatte. 300.000 Menschen kamen dabei ums Leben, 350.000 wurden verletzt und mehr als zwei Millionen obdachlos. Laut Nachforschungen der Nachrichtenagenturen für investigativen Journalismus ProPublica...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *